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Vom Wafer bis zum SiC-Modul

SiC-Komponenten zu erschwinglichen Kosten

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© SemiQ

Eigene SiC-Wafer-Fertigung und technisch führenden SiC-Komponenten: »Damit wollen wir uns ein gutes Stück vom SiC-Markt abschneiden: Denn wir bieten hohe Lieferfähigkeit zu erschwinglichen Kosten«, erklärt Stuart Hodge, VP Sales and Marketing von SemiQ.

Ursprünglich unter dem Namen Global Power Technologies Group (GPTG) bekannt, gab sich das Unternehmen Ende 2019 einen neuen Namen: SemiQ. Erstens sollten Verwechslungen mit einem chinesischen Unternehmen mit ähnlichem Namen vermieden werden. Zweitens hatte das Unternehmen allen Grund, sich einen neuen Namen und ein neues Image zu verpassen, das die Innovationskraft betonen sollte, wie Stuart Hodge, Vice President Sales and Marketing von SemiQ, im Gespräch mit Markt&Technik nicht ohne Stolz erklärt: »Wir waren das erste Unternehmen weltweit, das die Dioden der dritten Generation anbieten kann.«

Das stelle einen großen Schritt nach vorne dar, denn mit der dritten Generation sei es gelungen, die Zuverlässigkeit, die Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit deutlich zu erhöhen. Hier die wichtigsten technischen Daten der neuen SiC-Schottky-Dioden: Sie stehen mit Durchbruchspannungen von 650 V, 1200 V und 1700 V zur Verfügung. Der Vorwärtsstrom beginnt bei 5 A und kann bis zu 60 A pro Chip erreichen. Die Dioden liefert SemiQ in verschiedenen Gehäusen oder als ungehäuste Dies.

Und noch ein weiterer Pluspunkt komme hinzu, sagt Stuart Hodge: »Weil wir unsere SiC-Epi-Wafer in der eigenen Fab produzieren, können wir sehr kostengünstig fertigen und unsere Preise entsprechend gestalten.«

Außerdem verfüge SemiQ über eine außerordentlich stabile Lieferkette. Dazu gehören drei Zulieferer für SiC-Substrate, über vier Zulieferer für SiC-EPI-Wafer, zwei qualifizierte SiC-Wafer-Fabs sowie verschiedene Partner, die in hohen Stückzahlen assemblieren und testen.

Neben den bereits erwähnten Dioden bietet SemiQ zudem Diodenmodule mit Spannungen von 600 V (20, 30 und 50 A), 650 V (50 und 100 A), 1200 V (15, 30, 45, 50, 60, 100 A) und 1700 V (50 A) an.

Außerdem fertigt SemiQ 1200-V-MOSFET-Module und IGBT-Module. Die 1200-V-MOSFET-Module schalten grundsätzlich im Nulldurchgang der Spannung (Zero Switching Loss), sodass der Wirkungsgrad hoch ist und sie mit relativ kleinen Kühlkörpern auskommen. Damit eignen sie sich für den Einsatz in verschiedenen Geräten wie Solarinvertern, Stromversorgungen, Motorsteuerungen und Ladestationen. Die IGBT-Module stehen mit Spannungen von 1200, 1250 und 1700 V zur Verfügung.

Relevante Anbieter

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Benedikt Brenner, Simos: »Wir legen besonderen Wert auf Komponenten, deren Mehrwert wir unmittelbar auf technischer Ebene darlegen können. Das ist insbesondere im Bereich der relativ neuen SiC-Komponenten von entscheidender Bedeutung.«
© Simos

Die Innovationskraft von SemiQ hat auch die in Dachau bei München ansässige Simos überzeugt: Seit 2019 arbeitet der Spezialdistributor mit SemiQ zusammen und ist für den europäischen Raum zuständig. »Wir liefern unseren Kunden nicht nur die Komponenten, sondern begleiten sie durch den gesamten Entwicklungsprozess. Deshalb legen wir besonderen Wert auf Komponenten, deren Mehrwert wir unmittelbar auf technischer Ebene darlegen können. Das ist insbesondere im Bereich der relativ neuen SiC-Komponenten von entscheidender Bedeutung, wo noch ein erheblicher Erklärungsbedarf besteht. Hier können wir unsere technische Kompetenz voll ausspielen«, sagte Benedikt Brenner, Geschäftsführer von Simos im Gespräch, mit Markt&Technik. Da kommt ihm zudem entgegen, dass SemiQ nicht nur Standardprodukte liefert, sondern dass es auch möglich ist, kostengünstig kundenspezifische Anpassungen an die Einsatzbedingungen vorzunehmen.

Weit mehr als nur Standardprodukte

»Wir arbeiten eng mit Kunden in der Entwicklung zusammen, um die Standardprodukte entsprechend den Systemerfordernissen anpassen zu können«, erklärt bestätigt Stuart Hodge. Dabei kommt dem Unternehmen wiederum zugute, dass es von der Fertigung der Wafer und der ICs bis zum Packaging und Test der ICs bei Partnern die gesamte Wertschöpfungskette unter Kontrolle hat und alle Prozesse aufeinander abstimmen kann. So schneidet SemiQ beispielsweise die Gehäuse auf bestimmte Einsatzfälle zu, für die Bauelemente im Standardgehäuse nicht infrage kommen – zu verkraftbaren Kosten. »Das führen beispielsweise unsere Design-Ingenieure in Kalifornien durch, was nur wenig oder gar keine nichtwiederkehrenden Ingenieurkosten zur Folge hat«, so Stuart Hodge.

Wie auch ein kleiner Hersteller den Markt prägen kann

Die SiC-Komponenten von SemiQ finden auf einer Vielzahl von Märkten Einsatz. Das Spektrum reicht von Elektroautos und Ladestationen über Stromversorgungen bis zu Solarinvertern, Schweißgeräten, Medizingeräten und Motorsteuerungen. »So arbeiten wir mit den weltweit zehn größten Herstellern von Ladestationen für Elektroautos zusammen«, sagt Hodge. Auch hier verfolge SemiQ die Strategie, mit den Kunden in enger Kooperation zu entwickeln: »Häufig sind das die Marktführer, und danach können wir unsere Produkte auch auf den offenen Markt bringen. In diesem Sinne sind wir in der Lage, die Entwicklung oft als erste in eine bestimmte Richtung lenken, der Markt folgt uns dann.«


  1. SiC-Komponenten zu erschwinglichen Kosten
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