TSMC erhöht Preise

Kapazitäten werden weiter stark erweitert

2. September 2022, 8:49 Uhr | Heinz Arnold
C.C. Wei, CEO von TSMC: »Die Liefersituation im Sektor der Automotive-Chips wird sich im kommenden Quartal sehr stark entspannen.«
Laut C.C. Wei, CEO von TSMC, führt die De-Globalisierung zu steigenden Chip-Kosten.
© TSMC

TSMC startet in diesem Jahr die Fertigung von 3-nm-Chips, und baut die Kapazitäten kräftig aus – auch für die Produktion von Chips in ausgereiften und Spezial-Prozessen.

Wegen des steigenden Bedarfs an Chips beschleunigt TSMC den Ausbau der Kapazitäten mit drei neuen Fabs, die 2024 die Fertigung aufnehmen sollen. 

Mit dem Bau der Fab in Kaohsiung (Taiwan), »Fab22«, will TSMC noch in diesem Jahr beginnen. Dort plant das Unternehmen, ICs mit Hilfe von 7-nm- und 28-nm-Prozessen zu fertigen. Die Fab in Arizona ist für 5-nm-Prozesse vorgesehen, in der Fab in Kumamoto, Japan, sollen Spezialprozesse gefahren werden. 

Auch für ausgereifte Prozesse mehr Kapazitäten

Interessant ist, dass TSMC nicht nur in die jeweils kleinstmöglichen Prozessknoten investiert, um ihre Kapazität zu erhöhen, sondern auch in die Expansion ausgereifter und spezieller Prozesse, beispielsweise um der hohen Nachfrage nach Bildsensoren und HF-ICs sowie Chips für Autos nachkommenzu können. Hatte die Kapazität für die Produktion von ICs in Spezialprozessen 2018 noch bei 45 Prozent der Gesamtkapazität gelegen, so soll dieser Anteil in diesem Jahr 63 Prozent erreichen. 

Insgesamt steigerte TSMC die Kapazität seit 2018 um nicht weniger als 70 Prozent pro Jahr, wie auf dem Tech Symposium von TSMC in Taiwan zu erfahren war. Die Kapazität für die Fertigung von 5-nm-Chips hat sich über die vergangenen zwei Jahre vervierfacht. 

Wie stark TSMC die Kapazität erweitert, ist auch an der Zahl neuer Fabs abzulesen: Zwischen 2017 und 2019 hatte TSMC jeweils zwei neue Fabs pro Jahr gebaut, seit 2018 ist die Zahl auf sechs neue Fabs pro Jahr angewachsen, wie Wang erklärte. 

3-nm-und 2-nm-ICs

Auch die Produktion der 3-nm-ICs plant TSMC schnell hochzufahren, die Fertigung in den Fabs in Taiwan wird noch in diesem Jahr anlaufen. Wie Y.L. Wang, Vice President von TSMC, auf dem jährlich stattfindenden Technology Symposium des Unternehmens erklärte, werde die Fertigung von 2-nm-ICs in neuen Fabs in Hsinchu starten. 

Die Globalisierung zurückzudrehen ist teuer

Allerdings steigen die Kosten für die Produktion von Chips derzeit sehr schnell. China, die USA und Europa wollen in ihren jeweiligen Regionen fertigen, um ihre Lieferketten angesichts geopolitischer Spannungen zu sichern. Wie Co-CEO C.C. Wie erklärte, sei es sehr kostspielig, die Globalisierung zurückzudrehen, die bisher so viele ökonomische Vorteile gebracht hätte. TSMC werde dennoch weitere neue Fabs bauen, allerdings würden für das Unternehmen sowohl die Abschreibungskosten als auch die Kosten für die erforderlichen Maschinen steigen, die für die Produktion der ICs erforderlich sind. Deshalb werde TSMC die Preise für die Chips erhöhen müssen. 
    


 


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