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Kommentar

Alles aufs IC-Geschäft bei Samsung

Heinz Arnold, Editor-at-Large, HArnold@markt-technik.de

Wie und wo kann Samsung Electronics, die neben Halbleitern auch Displays, Smartphones und Konsumgüter wie Fernseher fertigt, noch wachsen?

Die Antwort: 150 Mrd. Dollar will Samsung über die kommenden drei Jahre investieren – den größten Teil in den Halbleitersektor. Damit folgt das Unternehmen der Einschätzung vieler Marktforscher, die überzeugt sind, dass die Halbleiter auch längerfristig noch kräftig zulegen werden.

Über die letzten Jahre verlief das Halbleitergeschäft denn auch glänzend: Als Marktführer im Sektor der DRAMs und der NAND-Speicher-ICs konnte Samsung von der starken Speichernachfrage besonders profitieren. Speicher-ICs trugen im gerade abgeschlossenen dritten Quartal wie schon zuvor den größten Anteil zum Gewinn von Samsung Electronics bei.

Ganz anders sieht es bei den Halbleitern hingegen im Nicht-Speicher-IC-Sektor aus: Hier kommt das Unternehmen nur auf einen Weltmarktanteil von deutlich unter 10 Prozent. Auf diese ICs entfallen aber 70 Prozent des gesamten Hableiterumsatzes weltweit. Also sieht Samsung hier seine Chance für weiteres Wachstum. Allein die Foundry-Kapazität soll bis 2026 verdreifacht werden, und viel Geld fließt in die Entwicklung: 3-nm-Prozessoren mit All-Gate-Around-Transistoren will das Unternehmen ab 2022 fertigen, der 2-nm-Prozess soll 2025 folgen.

Samsung setzt also darauf, in einem Sektor Marktanteile zu gewinnen, in dem es bisher weniger erfolgreich war: den Logik-ICs. Mit ihnen soll das Foundry-Geschäft wachsen. Potenzial gibt es, denn große Systemhersteller setzen vermehrt darauf, Prozessoren für bestimmte Einsatzfälle, beispielsweise für autonom fahrende Autos, selbst zu entwickeln und von Foundries fertigen zu lassen. So konnte Tesla als Foundry-Kunde gewonnen werden sowie Nvidia. Das Schöne: Beide stehen auf der Ebene der Endgeräte nicht in Wettbewerb zu Samsung. Das trifft für viele weitere potenzielle Kunden nicht zu, vor allem für Smartphone-Hersteller nicht. Sie befürchten, dass Smartphone-Wettbewerber Samsung über das Foundry-Geschäft Einblick in das Herzstück ihrer eigenen Smartphone-Technik erhält. Diese potenziellen Kunden zu überzeugen dürfte schwieriger werden – und vielleicht erst durch eine vollständige Aufteilung des Konzerns zu erreichen sein, wozu es derzeit allerdings keinerlei Anzeichen gibt.

Der künftige Erfolg von Samsung Electronics hängt also davon ab, ob es tatsächlich gelingen wird, mithilfe der riesigen Investitionen im Logik-IC- und Foundry-Sektor den Erfolg mit den Speicher-ICs wiederholen zu können.

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