Schwerpunkte

Projekt »Testfeld Niedersachsen«

Teststrecke zur Erfassung des Verkehrsflusses eröffnet

09. Januar 2020, 12:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Teststrecke zur Erfassung des Verkehrsflusses eröffnet
© DLR

Das Testfeld Niedersachsen wurde offiziell eröffnet. Im Verkehrsraum der A39 werden anonymisiert Verkehsdaten erfasst. Das Testfeld Niedersachsen wird sich nach seinem vollständigen Aufbau über circa 280 km auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen erstrecken.

Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt Testfeld Niedersachsen: An der Autobahn 39 wurde eine 7 km lange Teststrecke zur Erfassung des Verkehrsflusses eröffnet. Auf dem vom DLR betriebenen Abschnitt wird mit Kameras anonymisiert das Fahrverhalten verschiedener Verkehrsteilnehmer aufgezeichnet.

Im letzten Jahr hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Erfassungstechnik entlang der Strecke installiert, mit der alle Fahrzeugpositionen hochpräzise gemessen werden, um so das Verkehrsgeschehen zu erfassen. Anhand der Informationen wird Volkswagen an der Verbesserung der Software für das automatisierte Fahren arbeiten. Das Testfeld ist somit eine offene Forschungs- und Entwicklungsplattform, die eine Kombination verschiedener Test- und Erprobungsmöglichkeiten bietet, wie zum Beispiel die Simulation verschiedener Verkehrsflüsse. »Das Testfeld Niedersachsen ist wichtig, damit wir die Vorteile, die uns die Technologie des automatisierten und vernetzten Fahrens bietet, in der Praxis nutzbar machen können. Mit den gewonnenen Forschungserkenntnissen schafft das DLR bessere Entscheidungsgrundlagen für die Transformation unserer Mobilität – hin zu einem optimierten Verkehrsfluss und weniger Ressourcenverbrauch«, erklärte Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Energie und Verkehr. Auch Dr. Frank Welsch, Entwicklungsvorstand von Volkswagen, betont die Wichtigkeit der Teststrecke: »Um das automatisierte Fahren zu erforschen, sind Daten aus dem Alltagsverkehr unerlässlich. Das Testfeld Niedersachsen erlaubt uns, diese nicht nur in einem völlig realen Umfeld zu erheben, sondern auch noch per Simulation zu erweitern.«

Die Daten auf der Strecke werden anonym erhoben, so dass nur sogenannte Trajektorien ausgewertet werden, und keine spezifischen Daten über einzelne Fahrzeuge wie etwa Kennzeichen oder das Gesicht des Fahrers. Bei den Trajektorien handelt es sich also um Geraden und Kurven, die nur die Fahrzeugbewegung abbilden. Neben der Erfassungstechnik wurde auch für Entwicklungszwecke die pWLAN-Technologie installiert, die für die direkte Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur sorgt.

Das Testfeld Niedersachsen wird Stück für Stück in Betrieb genommen. An der A39 sind jetzt 71 Masten errichtet. Zusätzlich zu den fest verbauten gibt es mobile Masten, die Tests auch abseits der Autobahn ermöglichen. Dadurch ist die Analyse und Unterstützung automatisierter Fahrmanöver an unterschiedlichen Orten und auf verschiedenen Straßentypen möglich. Einen weiteren wichtigen Bestandteil des Testfelds Niedersachsen – neben den Straßen und Autobahnen – bilden die hochgenaue Karte und die Simulation der gesamten Strecke.

Das Projekt des DLR wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie vom Niedersächsischem Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Die Messdaten auf der Stecke an der A39 nutzen Volkswagen, Continental, die Wolfsburg AG, IAV, OECON, ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., NordSys und Siemens.

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