Schwerpunkte

Mobilität braucht Rechenpower

ZF präsentiert Supercomputer auf der IAA

28. Juli 2021, 14:01 Uhr   |  Irina Hübner

ZF präsentiert Supercomputer auf der IAA
© ZF Friedrichshafen

Mit dem neuen ZF ProAI präsentiert ZF den nach eigenen Angaben flexibelsten, skalierbarsten und leistungsfähigsten Supercomputer der Automobilindustrie. Er ist KI-fähig und für alle Stufen des automatisierten Fahrens von Level 2 bis 5 geeignet.

Europa-Premiere: Auf der IAA 2021 in München zeigt ZF den Supercomputer ZF ProAI. Er ist skalierbar für jeden Fahrzeugtyp und geeignet für alle Stufen des automatisierten oder autonomen Fahrens.

Unter dem Motto »Next Generation Mobility. Now.« fokussiert sich ZF auf der IAA auf aktuell verfügbare Technik für die kommende Fahrzeuggeneration. Dabei spielt die jüngste Generation des Supercomputers ZF ProAI eine der Hauptrollen: Er bietet maßgeschneiderte Rechenpower für jede Fahrzeugplattform und jeden Automatisierungsgrad.

»Unser strategisches Ziel ist, Technologie für die ‚Next Generation Mobility‘ bereitzustellen«, erklärt Torsten Gollewski, Executive Vice President Autonomous Mobility Systems bei ZF. »Wir verfügen bereits heute über alle notwendigen Technologien für künftige Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte.« Dies umfasst Hochleistungsrechner, Software, Sensoren und Aktuatoren der Fahrzeuge sowie die Konnektivität der Fahrzeuge für Mobilitätsdienste.

ZF ProAI – flexibel und skalierbar

Den Kern neuer E/E-Fahrzeugarchitekturen bilden Hochleistungsrechner, die wahlweise als Zentralrechner oder Domänen- bzw. Zonen-Steuergeräte eingesetzt werden können. Hier setzt ZF mit seinem Supercomputer ZF ProAI an, den der Konzern auf der kommenden IAA erstmals in Europa vorstellt.

Bei einer um 66 Prozent gesteigerten Rechenleistung verbraucht der neue ZF ProAI nach Unternehmensangaben bis zu 70 Prozent weniger Strom. Die KI-Fähigkeiten des ZF ProAI sind für Deep Learning optimiert und eine wichtige Grundlage für weiter verbesserte Sicherheitsfunktionen. Der Rechner bietet eine Grafikprozessor-gesteuerte 360°-Fusion aller verfügbaren Sensordaten – einschließlich Umgebungsmessdaten von Kameras, Radaren, LiDARen und Audiomustern.

Daneben ist die neue Rechnergeneration noch kompakter und benötigt damit weniger Bauraum: Selbst unter Berücksichtigung der verfügbaren Kühloptionen – passive Kühlung, Luftkühlung und Flüssigkeitskühlung je nach gewünschter Leistung – werden die meisten ZF ProAI-Modelle im gleichen Standardmaß von 24 cm x14 cm x 5 cm geliefert. Entsprechend der Anforderungen der Automobilindustrie ist das Hightech-Innenleben auf höchste Belastbarkeit und Zuverlässigkeit auch unter extremen Bedingungen ausgelegt und ist mit den aktuellsten Sicherheitsmechanismen gegen Cyber-Bedrohungen ausgestattet.

Mit SoCs verschiedener Hersteller bestückbar

Durch seinen modularen Aufbau kann der Supercomputer je nach Kundenwunsch mit unterschiedlichen System-on-Chip-Varianten (SoC) bestückt werden, also mit Prozessoren verschiedener Hersteller. Ebenso kann er mit Software von ZF oder von Drittanbietern betrieben werden. Standardisierte Steckverbinder und die Möglichkeit, mehrere ZF ProAI-Einheiten miteinander zu verbinden, machen ihn flexibel für den Einsatz und Einbau in jeden Fahrzeugtyp.

Der Hochleistungsrechner von ZF erzielt eine flexible Rechenleistung von 20 bis 1000 Tera-OPS. Das sind bis zu 1000 Billionen – oder eine Billiarde – Rechenoperationen pro Sekunde. Zusammen mit der Vielfalt der verfügbaren Kühlungsoptionen finden Automobilhersteller eine passgenaue Lösung für alle ihre Fahrzeugplattformen, Software-Anwendungen und E/E-Architekturen – über einen einzigen Steuergerätetyp. Das erhöht die Effizienz und senkt die Gesamtkosten.

ZF konnte sowohl im Pkw- als auch im Nutzfahrzeugsegment bereits die ersten Großaufträge für den ZF ProAI gewinnen und plant, den Zentralrechner ab 2024 in Großserie zu produzieren.
 
 

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

ZF Friedrichshafen AG, ZF Friedrichshafen AG