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Serverbasierte Fahrzeugarchitekturen

Continental verbucht Aufträge in Höhe von 5 Mrd. Euro

28. Juli 2021, 10:07 Uhr   |  Irina Hübner

Continental verbucht Aufträge in Höhe von 5 Mrd. Euro
© Continental

Das Fahrzeug der Zukunft setzt auf domänenübergreifende Hochleistungsrechner.

Nach dem Produktionsstart des sogenannten In-Car Application Servers 1 im ID.3 und ID.4 stehen bei Continental 2021 und 2022 noch Serienstarts domänenspezifischer Hochleistungsrechner für mehr als 20 weitere Fahrzeugmodelle verschiedener Hersteller und Marken an.

Insgesamt hat das Technologieunternehmen nun Aufträge für Hochleistungsrechner für Fahrzeugcockpit, Datenmanagement und Fahrzeugvernetzung, Fahrsicherheit und -dynamik oder automatisiertes Fahren mit einem Umsatz von rund 5 Milliarden Euro in den Büchern.

Auch für die Zukunft des softwarezentrischen und vollvernetzten Fahrzeugs hat das Unternehmen die Weichen gestellt: Auf Basis der sogenannten Continental-Automotive-Edge-Plattform entsteht bereits die nächste Generation an Fahrzeugrechnern. Dabei setzt Continental auf einen domänenübergreifenden Ansatz. Ziel ist eine Hard- und Software-Plattform, die es erlaubt, Funktionen aus den verschiedensten Fahrzeugbereichen wie Fahrsicherheit oder Unterhaltung zu integrieren. Den Automobilherstellern soll auf diese Weise die größtmögliche Flexibilität und Modularität für die Ausgestaltung der Fahrzeugarchitekturen bei minimaler Komplexität geboten werden.

Domänenübergreifende Fahrzeugcomputer

In der Entwicklung domänenübergreifender Hochleistungsrechner geht es für Continental darum, die unterschiedlichen Anforderungen aus den einzelnen Funktionsbereichen zu erfüllen und ein gesamtheitliches Nutzererlebnis zu ermöglichen. Während beim Infotainment im Fahrzeugcockpit Nutzererlebnis, Vernetzung und Applikationen aus der Unterhaltungselektronik im Vordergrund stehen, geht es bei Datenmanagement und Fahrzeugvernetzung um die Beherrschung von Komplexität und Echtzeitanforderungen. Bei Fahrsicherheit und -dynamik sowie beim automatisierten Fahren stehen dagegen strenge Anforderungen der funktionalen Sicherheit und latenzkritischer Fahrzeugregelungen im Vordergrund.

An diesem Punkt setzt die sogenannte Continental-Automotive-Edge-Plattform an. Im Einzelnen besteht der flexible Baukasten aus Hochleistungsrechnern, Software und Cloud-Plattformen sowie Dienstleistungen und Applikationen. Die Continental-Plattform verbindet dabei das Fahrzeug mit der Cloud und vereinfacht durch seine Modularität die Entwicklung, Bereitstellung sowie Wartung von softwareintensiven Systemfunktionen aus den verschiedenen Bereichen des Fahrzeugs.

So soll es für Nutzer in Zukunft bequem möglich sein, über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs gewünschte Funktionen durch Software-Updates zu beziehen. Die Grundlage dafür schafft die Entwicklungsumgebung für softwareintensive Fahrzeugarchitekturen, die es ermöglicht, Software-, Sensorik- und Big-Data-Lösungen in einem Bruchteil der bisherigen Entwicklungszeit zu realisieren. So kann Fahrzeugsoftware schnell und sicher entwickelt, getestet und direkt auf Fahrzeuge aufgespielt werden, was Aktualität, Sicherheit und Erweiterbarkeit im Fahrzeug der Zukunft gewährleisten soll.
 
Ergänzend bietet Continental eine Reihe von Programmierwerkzeugen, sogenannten Development Kits, an, welche die Entwicklungszyklen von Fahrzeugsystemen verkürzen und eine effiziente Produktentwicklung vorantreiben sollen. Diese Bestandteile für zentralisierte Fahrzeugarchitekturen agieren wie eine standardisierte und modulare Werkbank, mithilfe derer Funktionen einfacher entwickelt und ausprobiert werden können.

Die Nutzung der Cloud ermöglicht außerdem einen skalierbaren und effizienten Test und eine Simulation von Fahrzeugfunktionen. Das sorgt für schnelle und harmonisierte Entwicklung und Integration von verteilten Diensten und Anwendungen und ermöglicht einen nahtlosen Betrieb im Software-definierten Fahrzeug. Die Module der Continental-Automotive-Edge-Plattform komplementieren das Angebot von Continental und sollen erstmals bei der CES 2022 vorgestellt werden.

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