Akquisition des Start-ups Five

Bosch kauft Software-Entwickler für autonomes Fahren

12. April 2022, 8:56 Uhr | Stuttgart (dpa)
Bosch-Logo und Name an Firmengebäude in Leinfelden-Echterdingen.
© Sebastian Gollnow/dpa

Bosch stärkt seinen Bereich rund um das selbstfahrende Auto mit dem Zukauf eines Softwareentwicklers: Der Autozulieferer übernimmt das 140 Mitarbeiter zählende britische Start-up Five.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen. Zuvor hatte das »Handelsblatt« berichtet.

Automatisiertes Fahren soll den Straßenverkehr vor allem noch sicherer machen, wie Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn erklärte: »Dafür wollen wir mit Five in der Software-Entwicklung weiter Fahrt aufnehmen und unseren Kunden Technik ‘made in Europe’ anbieten.« Bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens kommt es auch laut Heyn auch auf die Unternehmensgröße an. Bosch sei ein weltweit führender Anbieter in der Fahrerassistenz und verfüge über Schlüsseltechnologien und große Mengen an Daten, die für die Markteinführung sicherer selbstfahrender Systeme unerlässlich sein werden.

Five hat seinen Hauptsitz in Cambridge. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und hat laut Mitteilung ein Team von Experten in den Bereichen Cloud-Software, Absicherung, Robotik und maschinelles Lernen aufgebaut. In dem Start-up sieht Bosch das passende Puzzlestück für die Entwicklungsaktivitäten des Technologiekonzerns.

Erst vor wenigen Wochen hat Bosch den Digitalkartenspezialisten Atlatec übernommen. Hochexakte digitale Karten gelten neben den Sensoren für das Umfeld wie Kameras und Radar bei den selbstfahrenden Fahrzeugen als wichtige Hilfe bei der Orientierung.

Erst kürzlich hatten Bosch und der VW-Konzern erklärt, dass sie auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto die nächsten Schritte gemeinsam angehen. In einer Kooperation zwischen Bosch und Cariad soll eine Softwareplattform entstehen, die zunächst teil- und hochautomatisierte Funktionen massentauglich macht, die Elektronik automotive berichtete darüber. Dies könne die Basis für komplexere Anwendungen bis hin zum vollautomatisierten Fahren schaffen, kündigten beide Partner an.

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