Varta in Turbulenzen

Fabrikneubau für V4Drive gestoppt

1. Dezember 2022, 14:59 Uhr | Ralf Higgelke
Varta beabsichtigt, in die Produktion von Li-Ionen-Batterien von Elektrofahrzeugen einzusteigen.
© Marijan Murat/dpa

Um über 60 Prozent ist bei Varta das EBITDA in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 zum Vergleichszeitraum des Vorjahres eingebrochen. Als Maßnahmen darauf hat der Vorstand am Standort Nördlingen Kurzarbeit angemeldet und den Fabrikneubau für V4Drive vorerst gestoppt.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2022 ist der Umsatz des Varta-Konzerns im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 8,3 Prozent von 622,3 Mio. auf 570,7 Mio. Euro gesunken. Das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist von 182,5 Mio. Euro um 63,6 Prozent auf 66,4 Mio. Euro gesunken. Die herausfordernde wirtschaftliche Lage hält nach Unternehmensaussage weiter an. Globale Krisen mit den daraus resultierenden steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen auf Kundenseite, geringe Verfügbarkeit von Halbleitern sowie negative Konsumentwicklungen belasten das Unternehmen weiterhin.

In Reaktion darauf hat der Vorstand ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Kostensenkung und Profitabilitätssteigerung gestartet und arbeitet an weitreichenden Lösungskonzepten. Der Fabrikneubau für die Rundzelle V4Drive werde erst nach verbindlichen Kundenzusagen fortgesetzt. Demgegenüber werde der Betrieb der ersten Serienfertigungsanlage planmäßig fortgesetzt und soll zukünftig die Zellen bereitstellen, um den OEM-Vertrag mit einem Premium-Automobilhersteller zu erfüllen.

Die aktuell schwierige Wirtschaftssituation beeinträchtigt vor allem die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Bereich CoinPower. Das Unternehmen setzt in dem besonders betroffenen Bereich temporär Kurzarbeit am Produktionsstandort Nördlingen ein.

»Die Unternehmenssituation ist nach wie vor herausfordernd in einem für uns alle angespannten wirtschaftlichen Umfeld«, konstatiert Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands. »Umfangreiche Lösungskonzepte und Maßnahmen sollen Varta für die wichtigen Zukunftsmärkte richtig positionieren. Ein klarer Fokus ist dabei der Wachstumsmarkt der Energiespeicherlösungen. Hier stellen wir uns stark auf, um die ungebrochen hohe Nachfrage bedienen zu können.«

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Varta-Vorstand einen Umsatz zwischen 850 Mio. und 880 Mio. Euro und geht von einem bereinigten EBITDA im Geschäftsjahr 2023 von 90 Mio. bis 110 Mio. Euro aus. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass die herausfordernde wirtschaftliche Lage und die bestehenden globalen Krisen auch im Jahr 2023 fortbestehen werden, mit entsprechend negativen Folgen für Kosten, Lieferketten und Konsumentennachfrage.

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