Batteriemarktstudie von TrendForce

Batteriekapazität wächst ungebremst

11. November 2022, 14:30 Uhr | Ralf Higgelke
Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Gesamtkapazität für elektrische Speicher auf 1160 GWh ansteigen – getrieben vor allem von der Stromerzeugungsseite
Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Gesamtkapazität für elektrische Speicher auf 1160 GWh ansteigen – getrieben vor allem von der Stromerzeugungsseite.
© TrendForce

Megatrends wie die Klima- und Mobilitätswende werden ohne Batterien nicht gelingen. Laut den Marktforschern von TrendForce dürfte sich bis Ende des Jahrzehnts die global installierte Batteriekapazität fast verzwanzigfachen.

Die massive Nutzung regenerativer Energien ist der zentrale Baustein, um das öffentliche Stromnetz umfassend zu dekarbonisieren. Moderne Speichertechnologien wie die elektrochemische Energiespeicherung in Form von wiederaufladbaren Batterien bilden dabei einen wichtigen Eckpfeiler für ein nachhaltiges Wachstum des Anteils der erneuerbaren Energien.

Nach Angaben der Marktforscher von TrendForce dürfte die weltweit installierte Kapazität an elektrochemischen Energiespeichern von etwa 65 GWh im Jahr 2022 auf 1160 GWh im Jahr 2030 steigen. Dabei entfallen 70 Prozent des Speicherbedarfs auf die Stromerzeugungsseite – damit die größte Impulsgeberin für die installierte Kapazität an elektrochemischen Energiespeichern.

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Energiewirtschaft als treibende Kraft

TrendForce zufolge wird die globale Struktur der Stromerzeugung derzeit noch von fossilen Energieträgern dominiert, aber mit dem zukünftigen Voranschreiten der Netto-Null-Emissionsziele in verschiedenen Ländern weltweit wird der Anteil der regenerativen Energien im Energieversorgungsnetz weiter steigen. Um die Schwankungen und die Unbeständigkeit von Wind- und Solarenergie zu überwinden, die mit dem groß angelegten Ausbau der Stromerzeugung und des Stromkonsums einhergehen, wird sich das Gesamtsystem von »Stromquelle, Netz, Last« zu »Stromquelle, Netz, Energiespeicher, Last« wandeln. Die Energiespeicherung wird das vierte grundlegende Element einer neuen Energiewirtschaft sein, und die neuen Energiespeichertechnologien werden zu einer treibenden Kraft für die Dekarbonisierung.
 
Bemerkenswert ist, dass die Anwendungen der Energiespeicherung verschiedene Szenarien umfassen. Das gilt für die Erzeuger- und Netzseite genauso wie für die Verbraucherseite und die verteilten Mikronetze (Micro Grids). Durch die Vielfalt der Anwendungsszenarien werden auch die Energiespeichertechnologien diversifiziert. Elektrochemische Energiespeicher wie Lithium-Ionen-Batterien, Natrium-Ionen-Batterien und Flow-Batterien haben in den letzten Jahren im In- und Ausland eine rasante Entwicklung erfahren, und ihr Umfang bewegt sich von Demonstrationsanwendungen im Megawattbereich hin zu Anwendungen im Gigawattbereich.

Batterielandschaft wird sich diversifizieren

Dank der rasanten Entwicklung von Hochleistungsbatterien ist die industrielle Lieferkette für Lithium-Ionen-Batterien mittlerweile ausgereift. Mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent dominiert die Anwendung von Lithium-Ionen-Batterien im Bereich der Energiespeicherung auch den Markt für elektrochemische Energiespeicher.

Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Gesamtkapazität für elektrische Speicher auf 1160 GWh ansteigen – getrieben vor allem von der Stromerzeugungsseite
Bis zum Jahr 2030 soll die installierte Gesamtkapazität für elektrische Speicher auf 1160 GWh ansteigen – getrieben vor allem von der Stromerzeugungsseite.
© TrendForce

Aufgrund der begrenzten Lithium-Ressourcen in den vergangenen Jahren sind deren Kosten jedoch erheblich angestiegen. Zwar steckt die industrielle Umsetzung von Natrium-Ionen-Batterien noch in den Kinderschuhen, doch im Vergleich zu den hochpreisigen Lithium-Ressourcen werden die Vorteile der reichlich vorhandenen Ressourcen allmählich in großtechnischen Anwendungen zum Tragen kommen und dürften die Lithium-Ionen-Batterien in Zukunft ergänzen.

Was die Flow-Batterien anbelangt, so kann dieser Batterietyp den Bedarf an langfristiger Energiespeicherung (Speicherdauer von mindestens vier Stunden) in Stromversorgungssystemen besser erfüllen und wird in Zukunft auch Entwicklungsmöglichkeiten für Anwendungen zur langfristigen Energiespeicherung mit großer Kapazität eröffnen. Die in Flow-Batterien verwendeten Rohstoffe wie reines Vanadium und Zink-Brom sind gut verfügbar und leicht zu recyceln und haben das Stadium der Demonstrationsanwendungen erreicht.


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