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Europas erste Gigafactory

Batteriespeicher, fertig, los!

06. April 2020, 10:56 Uhr   |  Ute Häußler

Batteriespeicher, fertig, los!
© Tesvolt

In Wittenberg bei Berlin ist letzten Donnerstag Europas erste Gigafactory für Batteriespeicher ans Netzt gegangen, trotz Corona und mit vielen Sicherheitsmaßnahmen.

Bei Tesvolt in Wittenberg hat die halbautomatisierte Fertigung von Batteriespeichern begonnen. Lithium-Ionen-Akkus für Gewerbe und Industrie können jetzt sehr flexibel und effizient in Serie gefertigt werden. Aufgrund der Covid-19-Lage startete die Produktion unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Auf 12.000 m² Fläche produziert das Unternehmen Tesvolt ab sofort Stromspeichersysteme in verschiedenen Größenklassen, die Speicherkapazität reicht von 9,6 Kilowattstunden bis in den Megawattbereich. Mit der neuen Fertigungslinie werden pro Tag Stromspeicher mit einer Gesamtkapazität von bis zu einer Megawattstunde (MWh) produziert, im Jahr liegt die Produktionskapazität bei 255 MWh. Das Werk ist so ausgelegt, dass die Produktionskapazität bis auf ein Gigawatt erweitert werden kann. Da sich das Auftragsvolumen laut Tesvolt im Vergleich zum Vorjahresquartal beinahe verdreifacht hat, will die Firma die Produktionskapazität sukzessive erweitern.

Teil- und vollautomatisierte Qualitätskontrolle

Eine der  wichtigsten Innovationen in der neuen Fertigung ist die teilautomatisierte Vollzyklisierung: Jedes Batteriemodul wird vollständig be- und entladen und auf Unregelmäßigkeiten bzgl. Temperatur, Spannung und Innenwiderständen geprüft. Für höchste Qualität sorgt im Anschluss die vollautomatisierte End of Line-Prüfung, hier wird jede Batteriezelle geprüft und weniger leistungsstarke Batteriemodule automatisch ausgeschleust.

Covid-19 mit Sicherheit trotzen

Daniel Hannemann, Geschäftsführer und Mitgründer von Tesvolt, erklärt, dass zu Beginn des Jahres die Nachfrage nach Stromspeichern mit Notstromfunktion sowie nach Off-Grid-Speichern besonders stark gestiegen sei. Trotz Covid-19 hatte das Unternehmem alles versucht und möglich gemacht, den Produktionsstart wie geplant durchführen zu können. Vor drei Wochen wurden alle Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, auch die Fertigungsplanung erfolgte aus dem Homeoffice. Die Kollegen in der Produktion arbeiten nach Angaben von Tesvolt isoliert voneinander weiter vor Ort weiter, zum Glück des Unternehmens produzierte dessen koreanischer Batteriezellen-Lieferant Samsung SDI weiter.

Die geplante Europa-Roadshow zur Fabrikeröffnung wurde nach dem Ausbruch der Epidemie auf Webinare umgestellt und läuft nach Aussagen der Firma gut an. Für die Webinare hat Tesvolt “in einigen Nachtschichten” ein eigenes Ton- und Videostudio eingerichtet. Auch Schulungen finden ab sofort digital statt.

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