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Automotive-Displays 

Innovationen auf der Display Week

15. September 2020, 11:00 Uhr   |  Anja Zierler

Innovationen auf der Display Week
© Continental

Eine 3D-Erfahrung der nächsten Generation präsentierten Leia und Continental mit ihrem gemeinsam entwickelten Lightfield Display.

Transparente Displays für das Armaturenbrett, virtuelle Außenspiegel oder  3D-Lightfield-Displays: Auch auf der Corona-bedingt nur digital umgesetzten SID Display Week präsentierten die Aussteller spannende Entwicklungen. Einige Highlights im Überblick.

Zum 57. Mal öffnete die Display Week Anfang August ihre – dieses Mal digitalen – Pforten. Das jährlich organisierte fünftägige Event bot den Teilnehmern eine große Auswahl an virtuellen Sitzungen rund um Trends und Entwicklungen in der Display-Branche. Während Keynote-Sprecher die Veranstaltungstage eröffneten, erhielten Studenten, Wissenschaftler und Ingenieure in sogenannten „Short Courses“ eine Einführung in die Grundlagen der Displaytechnologie. Daneben boten verschiedene Seminare Vorträge mit Fokus auf elektronische Informationsanzeigen und Displayanwendungen. Neben Grundlagen wurden dort die technischen Fortschritte und Trends erläutert. 

In der virtuellen Ausstellung präsentierten Hersteller ihre Innovationen, während Führungskräfte aus Unternehmen entlang der Lieferketten sowie Branchen- und Finanzanalysten in der Business Conference über einen vollständigen Supply-Chain-Ansatz im Bereich Displays diskutierten. Doktoranden, Startups und Labore stellten in der Innovationszone Prototypen vor, die zum Teil kurz vor der Kommerzialisierung stehen. So waren unter anderem kleine TFT-Transistoren auf Glas zur Nutzung bei Holografie-Displays zu sehen. Im CEO-Forum gaben Gastredner Tipps und Einblicke, um als Unternehmen auf dem sich schnell verändernden Markt der Display-Technologie erfolgreich zu sein. 

Audis Kamera-Monitor-System (CMS) ist im e-tron optional eingebaut.
© Audi

Audis Kamera-Monitor-System (CMS) ist im e-tron optional eingebaut.

Preisverleihung: Der Display Industry Award 2020 geht an…

Unter den Ausstellern vertreten waren auch zahlreiche Mitglieder des Deutschen Flachdisplay-Forums (DFF e.V.), die sich nicht nur an den Konferenzbeiträgen und Keynotes beteiligten, sondern auch Awards für interessante Entwicklungen und Innovationen erhielten. So konnte sich Audi mit seinen virtuellen Außenspiegeln etwa in der Kategorie „Display-Komponente des Jahres“ des Display Industry Awards 2020 durchsetzen. Als Alternative zu einem herkömmlichen Spiegel bietet das Kamera-Display-System einen reduzierten Luftwiderstand. Wegen des geringeren Systemvolumens des Außenspiegels werden außerdem Geräusche des Luftstroms reduziert. Die im Audi e-tron optional erhältlichen Außenkameras sind in sechseckige Träger anstelle der normalen Außenspiegel eingebaut. Die Bilder werden digital verarbeitet und auf OLED-Displays mit 1280 × 800 Pixel angezeigt. Diese sind im Übergang zwischen Instrumententafel und Tür verbaut. Durch die spezielle Bildverarbeitung sollen die Displays in bestimmten Situationen, etwa bei direkter Sonneneinstrahlung, ein deutlich besseres Bild für den Fahrer als ein herkömmlicher Spiegel liefern. Die Spiegel passen sich dabei automatisch drei verschiedenen Fahrsituationen an: Autobahn, Spurwechsel und Parken. Auf der Autobahn wird das Sichtfeld reduziert, damit der Fahrer bei schneller Fahrt die Geschwindigkeit besser einschätzen kann. Andere Fahrzeuge erscheinen dadurch größer im Display. Bei einem Fahrspurwechsel wird das Bilddetail auf der relevanten Fahrzeugseite erweitert und damit der tote Winkel reduziert. Beim Manövrieren und Parken des Fahrzeugs wird die Sicht nach unten erweitert und so mögliche Hindernisse angezeigt. Der Blinker ist als eine grüne Kontur auf dem Außenrahmen visualisiert und Benachrichtigungen vom Seitenassistenten werden ebenfalls eingeblendet. 

Für das Paper „Advanced Methods for Safe Visualization on Automotive Displays“ hat ein Forschungsteam der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim unter Leitung von Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach den „SID Distinguished Paper Award“ erhalten. Di
© Hochschule Pforzheim/Mercedes-Benz

Für das Paper „Advanced Methods for Safe Visualization on Automotive Displays“ hat ein Forschungsteam der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim unter Leitung von Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach den „SID Distinguished Paper Award“ erhalten. Die Arbeit entstand in Kooperation mit Mercedes-Benz.

Distinguished Paper von Mercedes

Wie hoch die Expertise der deutschen Automobilindustrie im Display-Bereich ist, verdeutlicht eine weitere Auszeichnung, die ein Forschungsteam der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim unter Leitung von Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach erhalten hat. Seit zwei Jahren beschäftigt sich das Team mit neuen Ansätzen für den Bereich der Displaytechnologie in der Automobilbrachen – und das mit Erfolg: Auf der Display Week wurde den Wissenschaftlern der „SID Distinguished Paper Award“ verliehen. »Dieser Preis ist nur ein bis zwei Prozent aller eingereichten wissenschaftlichen Beiträge vorbehalten – eine große Auszeichnung für die Arbeit unseres Forschungsteams«, so Blankenbach, Leiter des Displaylabors der Hochschule Pforzheim und Vorstandsvorsitzender des DFF. Die wissenschaftliche Arbeit des Pforzheimer Professors, gestützt durch die internen Abschlussarbeiten von drei Studenten, entstand in Kooperation mit Mercedes-Benz. Das Paper „Advanced Methods for Safe Visualization on Automotive Displays“ fokussiert neue Methoden der Displayüberwachung in Bezug auf funktionale Sicherheit in Kamera-Monitor-Systemen (CMS). 

OLED-Prototyp für große Armaturenbretter und transparente Displays von LG.
© Virtueller Messestand von LG auf der SID Display Week 2020

OLED-Prototyp für große Armaturenbretter und transparente Displays von LG.

Transparentes Display für die Windschutzscheibe

Spannende technologische Neuheiten aus dem Automobilbereich stellte auch LG auf der virtuellen Messe vor, darunter den Prototypen eines transparenten, in die Windschutzscheibe integrierten Fahrzeug-Dashboards. Hinter einem einzigen Abdeckglas sind dabei ein 12,3“-OLED-Display (2400 × 900 Pixel) für das Kombiinstrument sowie ein 27“-OLED-Display (5500 × 900 Pixel) für die Mittelkonsole und den Beifahrerbereich angebracht. In Zusammenarbeit mit Hyundai entwickelte LG außerdem ein Modul mit OLED-Display und weiteren Komponenten, das im Fahrzeug kinoreifen Sound wiedergibt. Zusätzliche Lautsprecher sind somit nicht notwendig. 

Intuitive Navigation per 3D-Displays 

Eine 3D-Erfahrung der nächsten Generation präsentierten Leia und Continental. Die Lightfield-Technologie von Leia, die Continental in seinem 3D-Display einsetzt, benötigt keine Head-Tracker-Kamera. So können erstmals auch die Mitfahrer auf dem Beifahrersitz und auf den Rücksitzen das gleiche 3D-Bild von ihren Sitzpositionen erleben. Ein weiterer Vorteil, der das neue System von früheren 3D-Verfahren abhebt: Das 3D-Bild des Lightfield-Displays setzt sich aus insgesamt acht Perspektiven des gleichen Objekts zusammen, die je nach Blickposition leicht variieren können. So wandert der Blick auf das Lightfield Display mit jeder Veränderung des Blickwinkels des Betrachters. Auf diese Weise sollen sich Informationen auf dem Display besonders natürlich wiedergeben lassen. 

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