Schwerpunkte

25 Jahre LabView für Windows

Messautomation ohne Programmierung

03. Juli 2017, 14:52 Uhr   |  Matthias Heise

Messautomation ohne Programmierung
© National Instruments

PC-Messtechnik

Messen, steuern, regeln: Ohne Computer ist das heute kaum noch vorstellbar. Doch dafür musste erst Hardware und vor allem auch Software entwickelt werden. Bei letzteren gehört LabView bis heute zu den wichtigsten Vertretern.

Die Geschichte von National Instruments begann mit Hardware: GPIB-Karten, die als Schnittstelle zwischen Messgeräten und Computern dienten. Damit sollten Messungen und Tests automatisiert werden. Da war es logisch, sich im nächsten Schritt der Software zuzuwenden.

Die entscheidende Idee lieferte der Apple Macintosh mit seiner grafischen Benutzeroberfläche. Jeff Kodosky, einer der Gründer von National Instruments, erkannte sofort das Potenzial der Bedienoberfläche: Das musste sich auch für die einfache Automatisierung von Messinstrumenten nutzen lassen. So erschien 1986 das erste LabView für den Apple Macintosh. 1992 kam die erste Version für Windows auf den Markt und der Siegeszug von LabView begann endgültig.

 Der Vater von LabView, Jeff Kodosky, mit einer der ersten Versionen der Software
© National Instruments

Bild 1. Der Vater von LabView, Jeff Kodosky, mit einer der ersten Versionen der Software.

Der Name LabVIEW steht für »Laboratory Virtual Instrumentation Engineering Workbench«. Das Entwicklungswerkzeug erlaubt die Applikationserstellung im Bereich des Messens, Steuerns und Regelns. Von Anfang an war es ein entscheidender Punkt, dass dafür möglichst wenig Programmierung im klassischen Sinn nötig sein sollte. Statt viele Zeilen von Programmcode zu erstellen, verbindet der Anwender Funktionsblöcke auf der grafischen Benutzeroberfläche. Die Kombination aus Flussdiagrammen und Kontrollstrukturen aus der strukturierten Programmierung ermöglicht die einfache Erstellung von komplexen Anwendungen.

Bald begann sich eine Community um LabVIEW zu bilden: Auf den Foren von National Instruments tauschen sich Anwender und NI-Entwickler aus, unzählige Tools und Beispiele für die unterschiedlichsten Anwendungen stehen als Download zur Verfügung. Das wurde zu einem großen Vorteil der LabVIEW-Umgebung: Im Ökosystem aus NI-Entwicklern, Anwendern und Drittanbietern findet jeder Unterstützung für sein jeweiliges Projekt.

Immer mehr Möglichkeiten

Jeff Kodosky NIWeek
© National Instruments

Bild 2. Auch das ist Jeff Kodosky, ca. 25 Jahre später, bei der Präsentation des neuen LabVIEW NXG.

Doch LabVIEW wurde mit der Zeit auch immer mächtiger. Seit 2003 können FPGAs in LabVIEW programmiert werden, 2007 wurde die Software für MultiCore-Systeme optimiert und 2008 um Webservices ergänzt. Auch für Embedded-Softwareprojekte wird LabVIEW inzwischen häufig verwendet. In Kombination mit Softwaremanagement-Tools kann Programmcode nicht nur erzeugt sondern auch verwaltet werden.

Die steigende Zahl von Möglichkeiten ja jedoch auch einen Nachteil: LabVIEW ist heute ein sehr komplexes Software-Werkzeug. Gerade Neueinsteiger oder Gelegenheitsnutzer sind damit oft überfordert. Doch die einfache und intuitive Bedienung das war ja das eigentliche Ziel. So entschied sich National Instruments zu einem Neustart des erfolgreichen Produkts: Im Mai 2017 wurde auf der NIWeek das neue LabVIEW NXG vorgestellt.

Firmen-Steckbrief National Instrumetns
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