National Instruments Was bringt LabVIEW NXG?

LabVIEW NXG soll die Bedienung der Systemdesignsoftware auch für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer einfach machen.
LabVIEW NXG soll die Bedienung der Systemdesignsoftware auch für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer einfach machen.

Mit dem neuen LabVIEW NXG will National Instruments viel erreichen. Doch wie unterscheidet sich die neue Generation vom klassischen LabVIEW? Was können Anwender in Zukunft von LabVIEW NXG erwarten?

Wie viel National Instruments mit LabVIEW NXG vor hat, zeigt sich unter anderem im Aufwand, der in die Entwicklung gesteckt wurde: Laut NI-CEO Alex Davern stellte LabVIEW NXG in den letzten fünf Jahren das größte Entwicklungsprojekt in der Unternehmens-Geschichte dar. Und schon lange davor wurde die Idee für eine neue Generation von LabVIEW (engl. NeXt Generation) im Unternehmen intensiv besprochen.

LabVIEW NXG soll in der Messautomatisierung die Lücke zwischen konfigurationsbasierter Software (für die keine Programmierkenntnisse erforderlich sind) und benutzerdefinierter Programmierung schließen.

Back to the roots

Nun ging es bei LabVIEW schon immer um die leichte Bedienbarkeit bei gleichzeitig mächtigen Funktionen. Doch auch Jeff Kodosky – der »Vater« von LabVIEW – gibt zu, dass sich NI lange Zeit darauf konzentriert hat, LabVIEW mit zusätzlichen Funktionen und Möglichkeiten auszustatten. Das ursprüngliche Ziel Anwendern eine möglichste schnelle und effiziente Automatisierung ihrer Messaufgaben zu ermöglichen geriet etwas in den Hintergrund. Genau hier soll LabVIEW NXG ansetzen: Gängige Anwendungen können mit einem einfachen, konfigurationsbasierten Ansatz realisiert werden. Für komplexere Anforderungen stehen die vollständigen, offenen grafischen Programmierfunktionen von LabVIEW in Form von G-Code zur Verfügung.

Neue, programmierfreie Arbeitsabläufe sorgen in der Version 1.0 für deutliche Produktivitätssteigerungen bei der Erfassung und iterativen Analyse von Messdaten am Prüfplatz. Der nötige Programmcode wird im Hintergrund erstellt. So lassen sich beispielsweise Codeabschnitte per Drag-and-drop einfügen, die 50 Zeilen textbasierten Codes entsprechen. Dazu enthält LabVIEW NXG einen von Grund auf neu programmierten  Editor, der von erfahrenen Anwendern häufig nachgefragte Funktionen enthält (zum Beispiel die lange erwartete Zoomfunktion), aber auch für Neueinsteiger und Gelegenheitsnutzer eine große Benutzerfreundlichkeit bietet. Der neue Editor unterstützt zudem die Integration einer breiteren Auswahl an Programmiersprachen.

Zwei Versionen LabVIEW

Doch LabVIEW NXG 1.0 hat noch nicht den vollen Funktionsumfang wie das klassische LabVIEW. Des betrifft sowohl die Hardware-Unterstützung als auch die Softwaremöglichkeiten, also viele Add-Ons und Module, die noch nicht unterstützt werden. Daher stellte National Instruments auch parallel LabVIEW 2017 vor, eine Weiterentwicklung des klassischen LabVIEW mit einigen Funktionserweiterungen. So können Anwender ihre bestehenden Programme ohne Umstieg einfach weiter entwickeln.

LabVIEW NXG richtet sich dagegen zunächst an die Zielgruppe der „Nicht-Programmierer“. Die Software soll für die Nutzer, die nicht zu den traditionellen Programmierern gehören, leichter nutzbar gemacht werden: Wer im klassischen LabVIEW eine einfache Messung erstellen will, startet immer mit einem leeren VI. Wie ein leeres Blatt Papier kann das ganz schön einschüchternd wirken, gerade wenn man kein Programmierer ist. In LabVIEW NXG gibt es nun Express-VIs: Das sind Tools, die der Nutzer zur Konfiguration seiner Messung nutzt. Ein einzelner Mausklick erzeugt daraus LabVIEW-Code mit beispielsweise 20 Elementen, die miteinander verdrahtet sind. Diesen Code kann man dann klassisch bearbeiten, oder wieder mit dem Express-VI-Tool konfigurieren. Der Anwender kann immer wählen, welcher Weg ihm lieber ist.