Schwierige Zeiten schweißen zusammen: Strenge Regulatorik und eine komplexe Entwicklung führen zu langfristigen Partnerschaften. Die Medizintechnik arbeitet eng mit ihren Zulieferern zusammen und der BVMed startet dazu ein neues Themenportal. Die Zulieferindustrie soll stärker in den Fokus rücken.
Die Zulieferindustrie gewinnt in der Medizintechnik zunehmend an strategischer Bedeutung. Das betont Niklas Kuczaty, Geschäftsführer des VDMA HealthTech und Sprecher des Fachbereichs Zulieferer im Bundesverband Medizintechnik (BVMed). Anders als in anderen Branchen könnten MedTech-Hersteller ihre Zulieferer nicht einfach wechseln, da Komponenten und Spezifikationen aufgrund der Medical Device Regulation (MDR) einem strengen Änderungsmanagement unterliegen.
»Das Verhältnis ist ein besonderes, denn man ist stärker aufeinander angewiesen als in den meisten anderen Branchen«, erklärt Kuczaty. Herstellungsprozesse und Grundstoffe dürften nicht einseitig geändert werden, was zu langjährigen Beziehungen führe. Oft entwickelten die Partner Produkte auch gemeinsam.
Die Intensität der Zusammenarbeit variiere je nach Hersteller erheblich, wie Rüdiger Gall, stellvertretender Sprecher des BVMed-Fachbereichs und General Manager bei Freudenberg Medical, erläutert. Während kleinere Hersteller oft nur mit einer einfachen Zeichnung kämen und komplette Unterstützung vom Erstkonzept bis zur Zulassung benötigten, hätten andere bereits konkrete Konzepte. Große Hersteller übermittelten in der Regel fertige Spezifikationen, die 1:1 umgesetzt würden.
Ein weiterer wichtiger Zulieferertyp entwickelt und liefert Anlagen und Maschinen für die Produktion von Medizinprodukten. Das Spektrum reiche von Massenprodukten wie Spritzen bis hin zu spezifischen Geräten für die teilautomatisierte Implantatfertigung, so Kuczaty. Mit einem neuen Themenportal unter www.bvmed.de/zulieferer will der BVMed die Bedeutung der Zulieferindustrie stärker hervorheben. (uh)