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Globale Expansion

TSMC will Fab bauen – in Japan

16. Juli 2021, 09:41 Uhr   |  Heinz Arnold

TSMC will Fab bauen – in Japan
© TSMC

TSMC erwägt den Bau einer neuen Fab in Japan, um dem wachsenden Bedarf von Sony und weiteren Kunden erfüllen zu können.

Nach den Worten von C.C. Wei, CEO von TSMC, läuft bereits ein Due-Dilligence-Verfahren. TSMC will klären, wo genau der Bedarf der Kunden besteht, wie effektiv in Japan gefertigt werden kann und wie die Kostenstruktur aussehen wird. Eine Entscheidung für oder gegen den Bau der Fab sei also noch nicht getroffen, wie Chairman Mark Liu erklärte. Der Bau der Fab sei nicht Teil des 100-Milliarden-Dollar-Expansionsplans über die nächsten drei Jahre, den TSMC kürzlich verkündet hatte.  

Von einem Bau einer 12/16-nm-Fab in Dresden – vielleicht sogar nach dem Muster der Fab in Japan – war allerdings nichts zu hören. Gerüchten zufolge, die auf einen Artikel in der DigiTimes zurückgehen, will TSMC auch in Dresden eine 12/16-nm-Fab bauen und sei dort bereits in Verhandlungen mit deutschen Behörden. Bisher ist dies von keiner Seite bestätigt worden.

TSMC kann sich die Expansionspläne offenbar leisten. Im laufenden Quartal, das im September endet, rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 14,6 und 14,9 Mrd. Dollar. Im vergangenen Quartal hatte TSMC den Nettoprofit gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 12 Prozent steigern können, der Umsatz war um 20 Prozent gewachsen. In diesem Jahr sind die Aktien von TSMC um 15 Prozent geklettert.

TSMC will auch weitere Expansionspläne in den USA nicht ausschließen. Außerdem werde die Fertigungskapazität in China weiter hochgefahren, wo 2,8 Mrd. Dollar investiert werden sollen. In der Fab in Nanjing werde die Kapazität um 60 Prozent auf 40.000 Wafer pro Monat gesteigert. Dort fertigt TSMC auf Basis von 28-nm-Prozessen.

»Der Bedarf an einer sicheren Halbleiterinfrastruktur für die weltweite IC-Versorgung ist über die vergangenen Jahre gewachsen, deshalb erweitern wir die unsere globale Präsenz mit neuen Fabs, um unsere Kunde auch in einem sich ändernden geopolitischen Umfeld bedienen zu können«, sagte Liu in einer Investorenkonferenz.

Er gab außerdem bekannt, dass die 12-Mrd.-Dollar Fab in Arizona im ersten Quartal 2024 die Massenfertigung aufnehmen soll. Die erste Ingenieursgruppe, die TSMC eingestellt hat, um in der neuen Fab zu arbeiten, sei im April in Taiwan angekommen, um dort Trainingsprogramme zu durchlaufen.

Für TSMC bedeutet das wachsende Interesse an Fabs außerhalb von Taiwan einen gewissen Strategiewechsel. Aber immer noch liegt der größte Teil der Fab-Kapazitäten on Taiwan, hier werden auch die Prozesstechnologien mit den jeweils kleinsten Strukturen vorangetrieben. Hier baut TSMC auch die neue 3-nm-Fab, die im kommenden Jahr die Fertigung aufnehmen soll. Die USA sehen die Konzentration der Halbleiterproduktion in Taiwan als eine Gefährdung für die globale Lieferkette, nicht zuletzt weil China Taiwan als einen wenn auch abtrünnigen Teil des eigenen Landes betrachtet.

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