Die Application-Labs von Micron

Speicher-ICs weiter gedacht

19. September 2019, 14:46 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Zwölf weitere Labs weltweit

Grundlage ist selbstverständlich das Wissen im Bereich der Speicher-ICs, sowohl der DRAMs als auch der nichtflüchtigen Flash-ICs, was aus Infineon- und Qimonda-Zeiten vorhanden war und unter Micron fortentwickelt wurde und wird.

Die DRAM-Spezialisten in München hatten die HBM-Standards (2010) und Speicher genauso entwickelt wie die GDDR5-, die GDDR5x-Typen (2014), die GDDR-Typen für Networking (2015) und 2017 die GDDR-Typen für den Einsatz in Automotive mit 14 bis 16 Gbit/s. »All diese Standards wurden hier entwickelt! Das können wir nur in enger Kooperation sowohl mit unseren Kunden als auch den GPU-Herstellern tun«, sagt Ralf Ebert, verantwortlich als Direktor für das weltweite Grafik-Geschäft bei Micron, ansässig in München-Perlach. »Als wir die GDDR5x-Typen entwickelt haben, stand noch nicht einmal die entsprechende GPU zur Verfügung. Unser Team konnte dennoch loslegen. Das zeigt deutlich unser Niveau.« Über 60 Mitarbeiter arbeiten allein für Design, Test, IT und CAD im Entwicklungslabor, das sich mittlerweile zum Competence-Center für High Performance bei Micron aufgeschwungen hat.

Die Ingenieure im Lab beschäftigen sich mit dem traditionellen Gaming genauso wie mit professionellen Grafik-Anwendungen wie Virtual und Augmented Reality, Machine-Learning, Deep Learning und neuronalen Netzen. »High-Performance-Computing und KI führen zu einem unbegrenzten Bedarf an Performance«, sagt Ralf Ebert. Und da schließt sich nach seinen Worten der Kreis wieder zu Automotive: »Einfach weil Autos Datencenter auf Rädern sind.«

Inzwischen hat sich die Idee der Application-Labs bei Micron durchgesetzt; derzeit betreibt das Unternehmen zwölf weitere Labs rund um die Welt, darunter fünf dedizierte Automotive-Labs in Tokio, Shanghai, Detroit und in San José im Silicon Valley nach dem Muster in München, die sogar mit dem zu München identischen Equipment ausgestattet sind.

Die Vorteile kommen jetzt klar zum Tragen. Connectivity, 5G, V2x sowie das Infotainment (über zehn 4K-Displays im Auto) sowie Sensoren aller Art bis hin zu Kameras, Lidar und Radar wachsen zusammen. Autonomes Fahren und Robotaxis entwickeln sich rasant. All das treibt den Speicherhunger nach oben.

Zumal sich die Speicher schon jetzt von einem notwendigen Anhängsel zu einem entscheidenden Faktor für die Differenzierung entwickelt haben. Denn für jeden denkbaren Einsatzfall einen speziellen Prozessortyp in Hardware zu gießen wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dazu sind die Stückzahlen doch zu gering. »Es hat sich herausgestellt, dass die Differenzierung über die Firmware auf der Storage-Seite für die OEMs einfacher gelingen kann, hier lassen sich kundenspezifische Differenzierungen einbringen, die für die Endkunden schlussendlich von Bedeutung sind«, erklärt Weigl.

Zusätzlich treten mit der Vernetzung und mit KI noch Safety- und Security-Aspekte in den Vordergrund. Auch hier eignen sich wieder die Speicher-ICs, insbesondere die nichtflüchtigen, um Security- und Safety-Konzepte flexibel und effektiv in den Subsystemen umsetzen zu können. Resultat: Zusätzlicher Speicherbedarf.

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  1. Speicher-ICs weiter gedacht
  2. Der Kern kommt von Qimonda
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  4. Neue Anforderungen durch KI
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