Erstes Quartal 2026

DRAM-Preise explodieren um 60 Prozent

6. Januar 2026, 17:56 Uhr | Heinz Arnold
© TrendForce

Die Vertragspreise für konventionelle DRAMs werden laut TrendForce im ersten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent in die Höhe springen, weil die DRAM-Hersteller lieber die KI-Märkte bedienen. Die NAND-Flash-Vertragspreise steigen um 33 bis 38 Prozent.

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Denn die DRAM-Anbieter haben die Lieferungen an PC-OEMs und Modulhersteller eingeschränkt. Sie nutzen ihre Kapazitäten lieber für die Fertigung von DRAMs und HBMs für KI-Server, mit denen sie hohe Margen erzielen. Deshalb sind einige OEMs gezwungen, Speicher zu höheren Preisen über Modulhersteller zu beziehen. Dies dürfte die Modulpreise der DRAM-Anbieter erhöhen und die PC-DRAM-Preise deutlich nach oben treiben.

CSPs investieren munter weiter

KI-Inferenz-getriebene Infrastrukturprojekte sorgen weiterhin für eine hohe Beschaffungsaktivität bei amerikanischen Cloud Service Provider (CSPs). Seit Ende 2025 ziehen diese Unternehmen Bestellungen vor, was die Nachfrage nach Server-DRAMs erhöht. Die Angebotsknappheit verschärft sich weiter, weil die Anbieter kaum mehr Bestände auf Lager haben. Infolgedessen werden die Preise für Server-DRAMs im ersten Quartal 2026 voraussichtlich um mehr als 60 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal steigen.  

Mobile DRAMs weiterhin knapp

Obwohl Smartphone-Hersteller während der saisonalen Nachfrageschwäche üblicherweise einen geringeren Speicherbedarf haben, dürfte sich das knappe Angebot an Mobile-DRAMs kurzfristig nicht entspannen und die Vertragspreise könnten in den kommenden Quartalen weiter steigen. Daher verfolgen die Marken auch im ersten Quartal 2026 weiterhin eine aggressive Beschaffungsstrategie. Sowohl der LPDDR4X- als auch der LPDDR5X-Markt werden voraussichtlich unterversorgt bleiben, was die Preise steigen lässt.

Grafik-DRAMs: Angebot bleibt beschränkt

Die Nachfrage nach Grafik-DRAMs hat sich abgeschwächt, nachdem die Verkaufsziele für Nvidias »RTX-6000«-Serie nach unten korrigiert und die Auslieferungen an einige PC-OEMs reduziert wurden. Dennoch bleibt das Angebot aufgrund der begrenzten DDR5-Kapazitäten eingeschränkt. Dies führt weiterhin zu steigenden Preisen.

Consumer-DRAMs bleiben unter Druck

Trotz der insgesamt angespannten DRAM-Versorgung sind Abnehmer aus dem Consumer-Bereich bereit, im ersten Quartal 2026 höhere Preise zu zahlen, um sich bevorzugten Zugang zu sichern und künftige Engpassrisiken zu reduzieren. Weil einige DRAM-Hersteller die Kapazitäten nur sehr vorsichtig erweitern und lieber DRAMs höherer Speicherdichten produzieren, werden auch in diesem Sektor die Preise weiter steigen.

Client-SSDs: Preise steigen um 40 Prozent

TrendForce prognostiziert, dass die Nachfrage nach Client-SSDs im ersten Quartal 2026 sinkt, weil gegenüber dem ersten Quartal 2025 weniger Notebooks ausgeliefert werden. Gleichzeitig verlagern Anbieter, die ihre Margen erhöhen wollen, ihre Liefermengen von Client-SSDs zu Rechenzentrums-SSDs. Insbesondere die Verfügbarkeit von hochkapazitiven, kostengünstigen QLC-Produkten ist stark begrenzt. Infolgedessen werden die Vertragspreise für Client-SSDs voraussichtlich um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigen.

Der globale Servermarkt dürfte 2026 seinen Höhepunkt erreichen, weil nordamerikanische CSPs ihre Investitionen in KI-Infrastruktur beschleunigen. Dieses Wachstum steigert die Nachfrage nach Enterprise-SSDs und macht sie zum größten Segment im NAND-Flash-Markt. Das Angebot verknappt sich Aufgrund der begrenzten Kapazitäten werden die Preise weiter steigen.

Das eMMC-/UFS-Segment

Im eMMC-/UFS-Segment schwächt sich die Smartphone-Nachfrage ab, weil Werbeaktionen in der ersten Hälfte des Jahres 2025 den Konsum bereits vorgezogen haben und der Markt im ersten Quartal 2026 in eine Phase der Lagerbestandsanpassung eintritt. Infolgedessen werden die Smartphone-Auslieferungen deutlich gegenüber dem ersten Quartal 2025 in diesem Quartal deutlich zurückgehen.

Obwohl Chromebook-Auslieferungen aufgrund staatlicher Beschaffungsprogramme besser ausfallen könnten, bleibt die Gesamtnachfrage nach eMMC/UFS schwach. Auf der Angebotsseite führen anhaltende Kapazitätskürzungen – nur teilweise ausgeglichen durch Modulhersteller – weiterhin zu einer Unterversorgung des Marktes.

NAND-Flash-Wafer

Bei NAND-Flash-Wafern dürfte die schwache Entwicklung in den Consumer- und Einzelhandelsmärkten in Kombination mit den aggressiven Preiserhöhungen im vierten Quartal 2025 die Nachfrage im ersten Quartal 2026 dämpfen. Gleichzeitig priorisieren die Anbieter margenstarke Produktlinien, was das Wafer-Angebot für Modulhersteller weiter verknappt und die Preise nach oben treibt.


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