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Mit 420 Chips von Infineon

TU München gewinnt Hyperloop-Wettbewerb

22. Juli 2019, 07:40 Uhr   |  Heinz Arnold

TU München gewinnt Hyperloop-Wettbewerb
© Infineon

Mit 1.200 km/h durch die Röhre – das ist die Vision von Hyperloop.

463 km/h hat der Hyperloop-Pod der TU München erreicht – ausgestattet mit nicht weniger als 420 Chips von Infineon.

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben Studierende der TU München (TUM) erneut die SpaceX Hyperloop Pod Competition bei Los Angeles gewonnen, einen Geschwindigkeitswettbewerb für Pod-Prototypen. Ausgerüstet mit mehr als 420 Infineon-Bausteinen, erreichte der Pod 463,5 km/h. Damit ließe sich beispielsweise die Fahrt von München nach Hamburg auf eineinviertel Stunden verkürzen. Das TUM-Team ließ der Konkurrenz keine Chance: Sein Pod war mehr als 200 km/h schneller als der Zweitplatzierte.

Die Vision von Hyperloop: Mit bis zu 1.200 km/h sollen die Kapseln, Pods genannt, durch die nahezu luftleer gepumpten Röhren zu schießen. Rund um den Globus arbeiten Ingenieure an der Technologie.

»Der vierte Sieg in Folge beim Hyperloop-Wettbewerb unterstreicht die enorme technische Kompetenz der Studierenden«, sagt Hans Adlkofer, Vice President Automotive Systems bei Infineon. »Gleichzeitig demonstriert er die große Rolle präziser und robuster Elektronik für die Zukunft der Mobilität. Wir freuen uns mit dem Team TUM Hyperloop und gratulieren zu diesem faszinierenden Erfolg.« Infineon unterstützt das Münchner Team als Sponsor und lieferte wesentliche Komponenten. Zudem verliehen die Studierenden der Pod-Elektronik ihren letzten Feinschliff am Infineon-Standort El Segundo bei Los Angeles.

Die acht Elektromotoren des Pods werden über insgesamt 288 Leistungshalbleiter von Infineon angesteuert. Diese Bausteine regeln mit tausenden Schaltvorgängen pro Sekunde den Stromfluss in den Motor. So entstehen dort die blitzschnell wechselnden Magnetfelder, die den Motor antreiben. Außerdem liefern insgesamt 24 Sensoren von Infineon Informationen zur Rotorstellung in den Motoren. Diese Daten sind notwendig, um die Schaltvorgänge präzise zu takten.

Neben dem Antrieb nutzt TUM Hyperloop auch bei den Batterie-Hauptschaltern insgesamt 112 Leistungskomponenten von Infineon. Mit ihrer Hilfe lässt sich der Stromfluss aus der Batterie innerhalb von Sekundenbruchteilen abschalten. Dies ist zum Beispiel bei Wartungsarbeiten oder Unfällen erforderlich, um Menschen vor Stromschlägen zu schützen.

Das Hyperloop-Konzept stammt von SpaceX-Gründer Elon Musk. Er stellte die Idee 2013 als schnellere und günstigere Alternative zu bekannten Transportmitteln vor. Zudem soll der Energieverbrauch deutlich geringer sein, da es in den Quasi-Vakuumröhren kaum Luftwiderstand gibt und sich die Pods dank Magnetschwebetechnik reibungsarm fortbewegen.

Die SpaceX Hyperloop Pod Competition fand nun bereits zum vierten Mal statt. Das Team TUM Hyperloop – früher unter dem Namen WARR Hyperloop bekannt – stellte jedes Mal den schnellsten Pod. In diesem Jahr setzte es sich gegen insgesamt 20 weitere Teams aus Amerika, Asien, Australien und Europa durch. Für den Finallauf qualifizierten sich dabei neben TUM Hyperloop drei weitere Teams: Delft Hyperloop von der Technischen Universität Delft (Niederlande), EPFLoop von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (Schweiz) und Swissloop von der ETH Zürich (Schweiz).
 

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