Infineon Technologies

»Wir sind und bleiben führend bei 77 GHz-Radar«

2. Dezember 2022, 6:14 Uhr | Iris Stroh
Infineon-Aufmacherbild
© Infineon Technologies/WEKA Fachmedien

Geht es um 77-GHz-Radar, dann kommt Infineon Technologies laut Matthias Halsband, Head of the Radar Business Line von Infineon Technologies, auf einen Marktanteil von über 50 Prozent. Mit dem neuen CTRX8181-Transceiver sieht er die Führungsposition auch in Zukunft gesichert.

»Bis 2027 wird die Zunahme von L1/L2/L2+-Fahrzeugen der wichtigste Treiber für das Halbleiterwachstum im ADAS-Bereich sein, L3/L4/L5 hingegen werden in naher Zukunft wenig Einfluss auf den Halbleiter-Content haben«, so Halsband weiter. Untersuchungen im eigenen Haus haben seiner Aussage nach ergeben, dass der Anteil von L1/L2/L2+-Fahrzeugen in Stückzahlen gemessen, im letzten Jahr bei rund 50 Prozent lag. Bis 2027 soll dieser Anteil auf rund 65 Prozent steigen. Der Anteil der L3/L4/L5-Fahrzeuge in diesem Jahr soll von mehr oder minder 0 Prozent im letzten Jahr auf gerade mal rund 5 Prozent steigen.

»Radar ist als Technologie unerlässlich, um die entscheidenden Anforderungen von ADAS/AD-Systemen zu erfüllen. Ein Standard-Radar ist genau die Technologie, mit der sich Distanz und Geschwindigkeit am besten messen lässt. Mit einem hochauflösenden Radar lässt sich diese Leistungsfähigkeit noch deutlich verbessern, denn damit lassen sich auch hervorragende Ergebnisse bei der Objektklassifizierung und hinsichtlich der Winkelinformationen erreichen«, so Halsband weiter.

Halsband ist überzeugt, dass bis 2027 die Corner-Radarsensoren die größten Wachstumsraten verzeichnen werden. »Dieses Wachstum wird hauptsächlich durch CTA-Systeme, also Systeme, die vor Querverkehr warnen, getrieben.« Bislang werden CTA-Systeme größtenteils beim Zurücksetzen eingesetzt, um vor einem Querverkehr zu warnen. In den nächsten Jahren sollen aber weitere Anwendungsszenarien für CTA hinzukommen, »zum Beispiel als Warnsystem im Kreuzungsbereich, der auch Fußgänger, Fahrräder oder Motorräder erkennen kann.«, so Halsband weiter.

Und dafür sieht Halsband Infineon bestens positioniert. In diesem Zusammenhang verweist er einerseits auf die Tatsache, dass das Unternehmen schon seit über 15 Jahren in diesem Bereich tätig ist und bereits über 300 Mio. RASIC-MMICs (MMIC: monolithisch integrierte Mikrowellenschaltungen) und über 200 Mio. AURIX-MCUs auf der Straße unterwegs sind. Andererseits könne das Unternehmen dank einem skalierbaren RASIC-Plattformansatz und dem dazugehörigen, neuen CTRX8181-Transceiver, jetzt alle verschiedenen Anwendungsfälle für Radar adressieren, angefangen beim Kurzstreckenradar (Corner Radar) bis zum Front-Radar und eben auch zukünftige Anwendungen wie den bereits erwähnten Schutz von ungeschützten Verkehrsteilnehmern wie Motorradfahrern, Radfahrern oder Fußgängern. Laut Halsband werden mit einer kaskadierten Variante, dem CTRX8191 mit bis zu vier Transceivern und 16 Sende- (TX) und 16 Empfangskanälen (RX) auch höher auflösendes Radar adressiert.

Die wichtigsten Parameter des neuen CTRX8181
Die wichtigsten Parameter des neuen CTRX8181
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Dazu kommt aus der Sicht von Halsband noch ein weiterer Punkt, der Infineon helfen wird, seine Führungsposition zu halten, wenn nicht sogar auszubauen: »Unsere neuen CTRX8181-Transceiver sind besser als alles, was derzeit auf dem Markt zu finden ist.« Wie alle neu verfügbaren Radar-Transceiver verfügt der CTRX8181 über vier Sende- und vier Empfangskanäle. Mit dem - im Vergleich zu Vorgängergenerationen - zusätzlichen TX-Kanal wird die vertikale Winkelauflösung signifikant erhöht. Aber wesentlicher sind die grundlegenden technischen parameter wie das Signal-Rausch-Verhältnis. Hier schneiden Infineons neueste Transceiver besser ab und zwar um rund 2 dB gegenüber der Vorgängervariante. »Damit verbessert sich die Reicheweite um rund 12 Prozent sowie die Genauigkeit bei der Bestimmung der Objektposition«, führt Halsband weiter aus. Darüber hinaus wurde durch die verbesserte Linearität die Großsignalfestigkeit erhöht, um das Auftreten von Geisterzielen aufgrund starker Reflexionen am Stoßfänger zu verhindern. Auch die Isolierung der HF-Ports fällt bei Infineon besser aus: 40 dB beim CTRX8181 und 30 dB bei konkurrierenden Produkten. Halsband: »Damit lassen sich die Kosten für die Leiterplatte reduzieren.« Schlussendlich verweist er noch auf die digitale PLL, anstatt der typischerweise analogen PLL bei konkurrierenden Transceivern. Damit sind schnellere Rampen mit hoher Wiederholrate für eine eindeutige Detektion hoher Geschwindigkeiten auf Autobahnen sowie die on-the-fly-Anpassung von Rampenkonfigurationen an verschiedenen Szerarienanforderungen möglich. Halsband abschließend: »Ich denke, das sind überzeugende Gründe, die dafür sprechen, dass wir unsere Führungsposition auch in Zukunft halten werden.«


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