Russisch-ukrainischer Krieg

Die Auswirkungen auf taiwanische Foundries

3. März 2022, 11:54 Uhr | Heinz Arnold
Die Neuentwicklungen sollen Automobilherstellern helfen, die Fahrzeugarchitekturen zu vereinfachen.
© TSMC

Die taiwanischen Foundries sind direkt wenig betroffen, Endgeräte wie Smartphones schon, was den Chip-Bedarf sinken lässt.

Das Geschäft der Foundries in Taiwan ist laut TrendForce nicht unmittelbar vom russisch-ukrainischen Krieg betroffen, weil Russland für die Foundries kein wichtiger direkter Markt ist. Allerdings könnte der Krieg dazu führen, dass der Bedarf an Endgeräten zurückgeht, weshalb die Systemhersteller ihre IC-Bestellungen reduzieren könnten. 

So werde sich der russisch-ukrainische Kriege laut TrendForce auf die Smartphone-Industrie stark auswirken. Samsung, Xiaomi und Apple haben die größten Marktanteile in Russland und der Ukraine. 2021 verkauften sie dort 45 Mio. Einheiten. Wegen des Kurssturzes des Rubels ist der Preis für das »iPhone 13 Pro mit 128 GB« bereits um 50 Prozent gestiegen. Wegen der steigenden Preise werde sich der größte Teil der Bevölkerung neue Smartphones nicht mehr leisten können, weshalb der Bedarf an Chips für Smartphones sinken werde.  

Auch wenn Russland als Absatzmarkt für taiwanische Foundries wenig ins Gewicht fällt, fertigt TSMC doch unter der Marke »Elbrus« Chips für Russland, die in Netzwerkausrüstungen und im militärischen Umfeld zum Einsatz kommen. Die Washington Post berichtete, dass TSMC »Elbrus«-Produkte nicht mehr fertigen und liefern würde. 

Könnten davon chinesische Foundries profitieren? TrendForce geht davon aus, dass chinesische Halbleiterhersteller in der Lage seien, die 1X-nm-Chips zu fertigen, allerdings wären Redesigns und Verifizierungsprozesse erforderlich, was mindestens ein Jahr dauern werde. Also könnte die chinesische Halbleiterindustrie kurzfristig nicht profitieren. 
 


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