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»Reuse von Analog-IP lohnt sich«

16. November 2020, 16:44 Uhr   |  Iris Stroh

»Reuse von Analog-IP lohnt sich«
© Thalia Design Automation

Sowmyan Rajagopalan, Thalia Design Automation: »Wir versetzen unsere Kunden in die Lage, IP effizient und kostengünstig wiederzuverwenden. Damit können sie ihre internen Ressourcen für Neuentwicklungen nutzen, aber auch ihr bestehendes Analog-IP weiterentwickeln und so in der Summe einen größeren Markt adressieren.«

Davon ist Sowmyan Rajagopalan, CTO und Gründer von Thalia Design Automation, überzeugt. Wie er im Gespräch mit Markt&Technik erklärt, belegen diverse Projekte, dass sich mit der Technologie von Thalia Kosten und Time to Market um bis zu 50 Prozent reduzieren lassen.

Markt&Technik: Thalia ist Spezialist für die Wiederverwendung und Optimierung von Analog/Mixed-Signal-IP, eine Geschäftsidee, die am Markt so nicht zu finden ist. Und das, obwohl Re-Use im Digitalbereich seit Langem üblich ist – warum nicht im Analogbereich?

Sowmyan Rajagopalan: Stimmt, Re-Use als Konzept gibt es im digitalen Bereich schon lange. Hier wird bereits bei der Erstellung der digitalen Blöcke auf eine spätere Wiederverwendung geachtet. Im Analogbereich gibt es dieses Konzept bislang aber nicht, allerdings ist hier die Umsetzung auch deutlich schwieriger. Dementsprechend wird bei der Entwicklung von Analogschaltungen auch selten darauf geachtet, dass man die Funktion später wiederverwenden kann. Im Analogbereich werden Schaltungen aufgrund diverser Gründe stark anwendungs- oder kundenspezifisch ausgelegt.

Dabei wäre ein Umdenken im Analogsegment wichtig. Denn die Bedarfe im Markt ändern sich. Man hat vielleicht IPs in 90 nm, der Markt verlangt aber nach IPs in 65 nm. Auch in Hinblick auf die funktionalen Anforderungen gehen die Entwicklungen weiter. Außerdem fordern viele Kunden aus Sicherheitsgründen eine Second Source. Also müssen sich die Unternehmen entscheiden, ob sie einen neuen Analog-Chip oder ein neues Analog-IP entwickeln oder ob sie das bestehende IP wiederverwenden.

Und hier kommt Thalia ins Spiel.

Ja. Es ist klar, dass man kein IP und keinen Chip entwickeln kann, der alle Marktanforderungen erfüllt oder mit jeder Prozesstechnologie kompatibel ist. Was man aber machen kann: Eine effiziente Plattform zu definieren und zu entwickeln, die eine effiziente und kostengünstige Wiederverwendung der IPs ermöglicht. Viele Unternehmen haben versucht, den analogen Entwurf vollständig zu automatisieren, und sind damit spektakulär gescheitert.

Wir gehen einen anderen Weg. Wir bieten eine Kombination aus einer meiner Meinung nach revolutionären Technologie, Methodik und hoher Design-Expertise. Und aus dieser Kombination ist unsere Amalia-IP-Reuse-Plattform entstanden. Amalia nutzt sehr gezielt Automatisierungsmechanismen, die für den IP-Reuse wichtig und sinnvoll sind.

Welche Vorteile bringt Amalia für den Entwickler?

Der Entwurf analoger Schaltungen ist zeitaufwändig, iterativ und sehr teuer. Mit Amalia lässt sich aber die Time to Market deutlich verkürzen, und zwar indem wir eine IP-Wiederverwendung effizient möglich machen. Und sobald IP effizient wiederverwendet werden kann, sinken die Kosten, und der Aufwand, der in die IP-Wiederverwendung gesteckt werden muss, amortisiert sich schnell.

Können Sie das ein wenig konkretisieren?

Wir haben mit IPs gearbeitet, die von WiFi bis ADCs/PLLs/PMICs reichen. Im Durchschnitt konnten wir mit unserer IP-Reuse-Plattform den gesamten Entwicklungszyklus um 40 bis 50 Prozent reduzieren, was wiederum bedeutet, dass auch die Kosten um 40 bis 50 Prozent niedriger sind. Das heißt: Wenn ein IP-Anbieter oder Halbleiterhersteller früher zwei Lizenzen seines IP verkaufen musste, um die Entwicklungskosten zu decken, ist das mit Amalia bereits mit einer Lizenz möglich – ein entscheidender Pluspunkt, oder?

Außerdem können wir dabei helfen, auch IPs zu monetarisieren, die für Prozessknoten/Technologien vorliegen, die nicht den Marktbedürfnissen entsprechen. Das heißt, derzeit können wir mit Amalia drei Bereiche abdecken: 1.) Der Reuse von IP, dabei können wir Designs von GHz bis zu niedrigen MHz adressieren. 2.) Eine Technologieanalyse. Mit Amalia analysieren wir Prozesstechnologien und -knoten und liefern dem Kunden wichtige Erkenntnisse darüber, sodass er eine fundierte Entscheidung treffen kann, welcher Prozess der richtige ist. Und 3.) bieten wir auch die Möglichkeit an, die PPA-Charakteristika, also Performance, Power und Area, einer Schaltung zu verbessern.

Wir sind aber auch offen dafür, unsere Technologie zu lizenzieren.

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