Mit dem Kauf von Aster Technologies, die sich auf die Testverifizierung und Ingenieursoftware für die Leiterplattenmontage (PCBA) spezialisiert hat, will Siemens deren Design-for-Test-Funktionalität (DFT) in die eigenen Xpedition- und Valor-Portfolios integrieren.
Damit möchte Siemens ein umfassendes Portfolio für das Design elektronischer Systeme schaffen und den Kunden einen »digitalen roten Faden« vom Leiterplatten-Design bis hin zur Fertigung an die Hand geben. Das ermöglicht es ihnen, Fehler schneller als bisher zu erkennen, die Kosten zu reduzieren, die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen sowie die Produktqualität und -zuverlässigkeit zu verbessern.
Die Übernahme erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem die steigende Nachfrage nach Automobilelektronik und die zunehmende Integration von 5G-Technologie in elektronische Systeme robuste Testsysteme erfordern, um Sicherheit, Zuverlässigkeit und die Einhaltung strenger Standards zu gewährleisten. Eine umfassende Teststrategie ist von entscheidender Bedeutung, um Defekte aufzudecken, kostspielige Design-Neuläufe zu vermeiden, Produkt-Retouren zu verhindern und Ausfälle im Feld zu reduzieren. Unternehmen suchen zunehmend nach DFT-Funktionalität, die in ihre Leiterplattendesigns eingebettet ist, und nach einem integrierten Workflow für das Leiterplattendesign.
Aster wurde 1993 gegründet und hat seinen Sitz in Cesson-Sévigné (Frankreich). Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren als führender Anbieter von Software-Tools für die Verifizierung, Montage und Prüfung von Leiterplattenbaugruppen tätig und bietet DFM-Software zur physischen Designverifikation für die Leiterplattenfertigung, -montage und -prüfung sowie eine robuste Analyse der Testabdeckung und Testprogrammierung. Das Flaggschiff-Produkt »TestWay« von Aster ist für seine DFT-Planung und -Implementierung bekannt, die es Unternehmen in einer frühen Phase des Herstellungsprozesses von Leiterplattenbaugruppen ermöglicht, Designentwürfe vorzubereiten und robuste Teststrategien umzusetzen. »TestWay« ergänzt das Valor-Design von Siemens um weitere Fähigkeiten für die Fertigung und Montage und schafft ein umfassendes DFM.
»Die Übernahme von Aster Technologies ist für unsere Kunden ein Game-Changer im Bereich Leiterplattendesign und -fertigung. Durch die Integration der marktführenden Test-Engineering-Software von Aster befähigen wir unsere Kunden, ihre Designs viel früher im Designzyklus zu optimieren«, sagt AJ Incorvaia, Senior Vice President und General Manager, Electronic Board Systems von Siemens Digital Industries Software. »Dies kann die Kosten drastisch senken, die Markteinführungszeit verkürzen und dazu beitragen, ein Höchstmaß an Produktqualität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Es geht darum, unseren Kunden eine komplette, integrierte Lösung zu bieten, die vom ersten Designkonzept bis zur endgültigen Fertigung die Voraussetzungen für ihren Erfolg schafft.«
Die Systeme von Aster werden überwiegend in anspruchsvollen High-End-Designs in den Bereichen Computing/HPC, Automotive und Networking eingesetzt, wo die Entwicklung wirksamer und kosteneffizienter Teststrategien entscheidend ist. Mit der Übernahme will Siemens seine differenzierte DFM-Strategie für den globalen Leiterplattenmarkt weiter ausbauen.
»Jetzt haben wir als Teil von Siemens die Möglichkeit, unser Know-how in ein breiteres, branchenführendes Portfolio zu integrieren. Das bedeutet, dass unsere innovativen Lösungen mehr Kunden erreichen und ihnen ermöglichen, noch mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerbsvorteile zu erzielen«, sagt Christophe Lotz, Gründer und Geschäftsführer von Aster Technologies.