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Vishay mit sehr gutem 1. Quartal 2021

»Unser Umsatzziel liegt dauerhaft über 3 Milliarden Dollar«

Markt&Technik
Dr. Gerald Paul, CEO und President von Vishay »Wir werden in Summe in diesem Jahr rund 135 Mio. Dollar in den Ausbau unserer Fertigungskapazitäten investieren. Schwerpunkte liegen hier bei Power-Induktivitäten, Widerständen und Dioden.«
© Markt & Technik

Auf Notfallpläne im 2. Quartal 2020 folgte in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine schnelle Erholung für Vishay. Asiens massive Nachfragesteigerung lässt CEO und President Dr. Gerald Paul optimistisch in die Zukunft blicken.

Markt&Technik: Wie ist Vishay durch das Corona-Jahr 2020 gekommen? Zuletzt lagen die Quartalsumsätze ja über den jeweiligen Vorquartalszahlen und den Zahlen des Jahres 2019.

Dr. Gerald Paul: Am Ende hat es leider nicht ganz gereicht – wir haben das Jahr 2020 mit einem Minus von 7 Prozent gegenüber 2019 abgeschlossen. Wenn wir zurückblicken, dann verlief das 1. Quartal 2020 ja noch ganz normal. Die massiven Einbrüche kamen dann mit den Werksschließungen im 2. Quartal. Wir haben damals Notfallpläne erarbeitet, es konnte ja niemand einschätzen, wie das weitergehen würde. Für uns kam die Erholung dann allerdings sehr schnell. Vor allem Asien hat durchgezogen und dazu geführt, dass fast zu wenig Ware am Markt war. Unsere Book-to-Bill lag im Herbst 2020 fast bei 1,9!

Vishay hat im Jahr 2018 einen Rekordumsatz von 3 Milliarden Dollar erzielt. Wie sah es 2020 aus, und werden Sie sich der 3-Milliarden-Dollar-Schwelle wieder annähern können?

Unser Umsatz im Jahr 2020 lag konkret bei 2,5 Milliarden Dollar. Wir haben 2018 das Umsatzvolumen von 3 Milliarden Dollar vor allem durch den unerhörten Aufbau der Bestände in der Supply Chain erreicht. Ich bin mir aber sicher, dass wir die 3-Milliarden-Dollar-Umsatzgrenze in den nächsten Jahren konstant überschreiten und hinter uns lassen werden.

In den letzten Monaten ging die Umsatzbedeutung Europas für Vishay zurück, Asien zog an. Spiegelt das die unterschiedlichen Rückkehrgeschwindigkeiten aus der Corona-Krise wider?

Absolut, ja! Unser Umsatzanteil in Asien lag aber auch in der Vergangenheit schon teilweise bei 40 Prozent. Aktuell drücken sich darin aber wirklich die unterschiedlichen Geschwindigkeiten aus, mit denen die verschiedenen Volkswirtschaften aus der Corona-Krise kommen.

Zwei Drittel Ihres Umsatzes entfällt auf Industrieelektronik und Automotive. Wird sich das noch steigern? Welches der kleineren Absatzsegmente könnte in Zukunft noch kräftiger zulegen?

Es ist absolut nicht mein Interesse, die Abhängigkeit von einzelnen Kunden oder Absatzbranchen noch weiter zu erhöhen. Das würde nur das Risiko erhöhen. Ich hoffe darum, dass die kleineren Absatzsegmente ihre Umsatzanteile zumindest halten können. Potenzial sehe ich vor allem in der Telekommunikation. Die ursprünglich von der US-Regierung initiierten Maßnahmen gegen Huawei haben sich bei uns in sinkenden Umsätzen niedergeschlagen. Vielleicht können wir das in Zukunft ja durch erweiterte Geschäfte mit Nokia und Ericsson ausgleichen.

Zuletzt lag Ihr Umsatzverhältnis zwischen diskreten Halbleitern und passiven Bauelementen bei 48 zu 52 Prozent. Wollen Sie daran in Zukunft etwas ändern?

Aus heutiger Sicht nein. Wir haben dieses ausgewogene Verhältnis zwischen unseren beiden großen Geschäftsbereichen schon über Jahre hinweg. Es pendelt immer um eine 50-zu-50-Verteilung. Nur in Ausnahmefällen, etwa 2000, als es zu einer Allokation bei Tantalkondensatoren kam, verschieben sich die Anteile kräftiger in eine Richtung.

Eigentlich sollte 2021 das Jahr der Markterholung, des Aufschwungs werden. Zumindest in Deutschland wurden die Wachstumsprognosen aber inzwischen schon wieder kassiert. Mit welcher Entwicklung rechnen Sie für 2021 aus heutiger Sicht?

Bislang sehen wir ein sehr starkes 1. Quartal! Ich gehe derzeit von einem möglichen Umsatzvolumen von bis zu knapp 750 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten dieses Jahres aus. Wenn man ehrlich ist, muss ich sagen, dass eigentlich auch schon das 2. Quartal 2021 im Kasten ist und das 2. Quartal umsatzmäßig über dem ersten liegen dürfte. Wir sehen seit Monaten, dass sich vor allem die Distribution die Lager füllt, und offensichtlich scheint die Ware dort auch wieder abzufließen. Die OEMs ziehen aus unserer Sicht bislang ganz normal durch.


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  2. Verstärkung im Bereich Infrarot-Optoelektronik möglich....

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