Entwicklungswerkzeuge IoT-Kits auf dem Prüfstand (Teil 1)

Zahlreiche Hersteller bieten IoT-Kits an, die Messdaten über eine Funkschnittstelle in eine Cloud transferieren. Diese Systeme bieten natürlich unterschiedliche Ausstattungsmerkmale und Funktionen, die es näher zu beleuchten gilt, um den notwendigen Entwicklungsaufwand abschätzen zu können.

Optimalerweise bietet ein IoT-System die komplette Signalverarbeitungskette vom Sensor bis in eine Cloud ab. Bei genauerer Betrachtung der verschiedenen Systeme zeigt sich schnell, dass die jeweilige Signalverarbeitungskette von den Herstellern mehr oder weniger komplett realisiert wird, auch wenn es IoT in der Bezeichnung führt.

Die untersuchten Kits sind zwar allesamt für IoT- oder auch Smart-Home-Applikationen gedacht, gleichwohl bieten die Demo- und Evaluations-Kits oder auch Developer-Systems genannten Pakete dem Entwickler hinsichtlich Aufbau, Funktionsumfang und der möglichen Ausbaufähigkeit sehr unterschiedliche Lösungen. Auch wenn Demo, Evaluation und Developer hier in einem Atemzug genannt werden, sind dies vom Prinzip her bereits unterschiedlich komplexe Lösungen oder Systeme, die dem Entwickler keine (Demo), einige (Evaluation) oder mehr Optionen (Developer) und Entwicklungsmöglichkeiten für eigene Applikation auf der Basis der standardmäßig mitgelieferten Hard- und Software bieten.

Auf diese unterschiedlichen (theoretischen) Kategorisierungen kann man sich in der Praxis jedoch überhaupt nicht verlassen. Die Grenzen sind gewissermaßen fließend, und ein Board, zu dem der Hersteller lediglich ein einfaches Demo-Programm bietet, lässt sich möglicherweise ganz hervorragend als Developer-System oder auch Prototyp einsetzen, weil sich hierfür bereits existierende Lösungen, von denen es im Internet geradezu wimmelt (Maker Scene), leicht adaptieren lassen.

Anhand der folgenden Systeme wird gezeigt, wie sich die Entwicklung von eigenen IoT-Systemen in der Praxis darstellt, also ob die Versprechen der Hersteller eingehalten werden und welche Folgekosten, etwa für eine funktionierende Entwicklungsumgebung oder die Cloud-Anbindung sowie welche zusätzlichen Arbeitsschritte sich möglicherweise ergeben:

Bereits die oben angegebenen Circa-Preise (ohne MwSt.) signalisieren, dass man es hier scheinbar mit sehr unterschiedlichen Systemen zu tun hat. In diesem ersten Teil der Serie werden das Thunderboard Sense von Silicon Labs und das nRF51 IoT SDK von Nordic Semiconductor beleuchtet. Die anderen folgen später.