Schwerpunkte

Software-Kompetenzen stärken

Hella gründet Global Software House

09. September 2020, 10:01 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Hella gründet Global Software House
© Hella

Der Anteil von Software und Elektronik im Fahrzeug wird zukünftig weiter steigen. Mit der Gründung einer eigenen Software-Einheit will Hella seine unternehmensweiten Entwicklungstätigkeiten im Software-Bereich harmonisieren sowie einheitliche, bereichsübergreifende Prozessstandards und Methoden definieren.

Hella will mit einem neu gegründeten Global Software House seine weltweiten Software-Kompetenzen ausbauen. Verankert ist dieses bei der Berliner Tochter Hella Aglaia. Hier sollen die weltweiten Software-Aktivitäten koordiniert und neue, digitalisierte Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Weltweit beschäftigt Hella derzeit rund 2.000 Softwareexperten insbesondere im Bereich Embedded Software, beispielsweise in der Funktionsentwicklung für Radarsensorik, Batterie- und Lenkungselektroniken sowie Lichtsteuerung.

»Die automobile Zukunft wird maßgeblich von Software-Entwicklern geschrieben. Bis 2030 wird sich der Markt für Software und Elektronik im Auto nahezu verdoppeln«, begründet Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella Geschäftsführung den Schritt. »Die vielfältigen, weitergehenden Einsatzmöglichkeiten von Digitalisierung und Software in Produktion und Verwaltung sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt. Für Hella ergeben sich daraus große Chancen, aber auch neue Anforderungen.«

Durch Gründung des Global Software House will der Automobilzulieferer im ersten Schritt die entstehenden Komplexitäten rund um die Software-Entwicklung reduzieren. So soll die neue Organisationseinheit die unternehmensweiten Entwicklungstätigkeiten im Software-Bereich harmonisieren sowie einheitliche, bereichsübergreifende Prozessstandards und Methoden definieren. Auch die zugehörigen Support-Funktionen wie Einkauf, Qualität und Recht werden im Global Software House gebündelt. Die Mitarbeiter des Global Software House sowie der regionalen Software House-Satelliten, beispielsweise am Unternehmenssitz in Lippstadt sowie in Rumänien und Indien, werden sich zunächst primär aus Teilen der bestehenden Hella Stammbelegschaft rekrutieren.

Im zweiten Schritt soll unter anderem die Erschließung neuer Software-basierter Geschäftsmodelle forciert werden, indem Software als eigenständiges Produkt beispielsweise auf Pay-per-Use-Basis angeboten wird. Denkbar sind in diesem Kontext unter anderem Anwendungsfälle in den Bereichen Lichtsteuerung, Software-Llösungen für automatisiertes Fahren sowie Cloud Services.

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