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Gemeinschaftsprojekt mit Aachener ConAC

TÜV Rheinland steigt in Prüfung von Antriebsbatterien ein

27. Oktober 2020, 16:00 Uhr   |  Stefanie Eckardt

TÜV Rheinland steigt in Prüfung von Antriebsbatterien ein
© TÜV Rheinland

Der TÜV Rheinland steigt in die Prüfung von Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge im europäischen Markt ein und baut gemeinsam mit ConAC ein Testzentrum auf.

TÜV Rheinland und das Aachener Unternehmen ConAC starten gemeinsam den Aufbau eines Testzentrums für Antriebsbatterien. Der Fokus liegt dabei auf regulatorischen und herstellerspezifischen Prüfungen von Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge.

Das Labor mit einer Fläche von rund 2.000 m2 im Gewerbepark Avantis soll den Betrieb bereits im September 2021 aufnehmen. Es entsteht in einem Gebäude auf der niederländisch-deutschen Grenze, die unmittelbar durch das Prüfzentrum selbst verläuft. Das Investitionsvolumen beträgt über 22 Millionen Euro, im Vollbetrieb werden 25 Mitarbeitende im Prüfzentrum tätig sein. Zum Bau und Betrieb des Labors gründen TÜV Rheinland und ConAC ein Joint Venture, in dem TÜV Rheinland Mehrheitsgesellschafter ist. ConAC ist ein Tochterunternehmen der Aachener PEM-Gruppe.

Geplant ist, dass im neuen Testzentrum Batterien bis zu einem Gewicht von rund 800 kg allen gängigen Tests unterzogen werden können. Zum Vergleich: Die meisten herkömmlichen Fahrzeugbatterien haben aktuell ein Gewicht zwischen 300 und 600 kg. Darüber hinaus lassen sich entwicklungsbegleitende Validierungen für Hersteller durchgeführen.

Zum Leistungsspektrum des Labors gehören unter anderem die entsprechenden Tests auf Basis obligatorischer Vorgaben für die Typgenehmigung von Batterien wie ECE R100 zur Prüfung und Genehmigung von Lithium-Ionen-Batterien oder UN 38.3. für den Transport von Antriebsbatterien. Auch weitergehende freiwillige Tests nach Herstellervorgaben zur zusätzlichen Qualitätssicherung sind möglich, beispielsweise auf Basis der Prüfvorschrift LV 124 für Hochspannungs-Batterien.

Zur technischen Ausstattung des Labors gehören große Klimakammern zur Simulation extremer Temperaturschwankungen und -belastungen (–40 bis +90 °C Celsius) sowie von Luftfeuchtigkeit von 10 bis 95 Prozent, eine Salz-Korrosionskammer, einen Teststand für Spritzwasser sowie ein Prüfstand zur Simulation von Schwingungen und Stößen. Darüber hinaus verfügt das Labor über Anlagen zur Simulation der Lebensdauer und Haltbarkeit einschließlich Be- und Entladen der Batterien und über eine eigene Bunkeranlage für Falltests, Nagelpenetration, Über- und Tiefenentladung, Druck, Quetschung und Brandsimulation. Ziel ist es, alle gängigen Sicherheitsstandards umfassend abprüfen zu können. Im Fokus steht dabei zunächst zum Start der stark wachsende Prüfmarkt für Traktionsbatterien von Fahrzeugen, aber perspektivisch soll das Testangebot auf weitere Speicheranwendungen ausgeweitet werden.

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