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ADAC ermittelt Verluste beim Ladevorgang

Bei Entscheidung für E-Auto Stromkosten nicht außer Acht lassen

22. Juli 2020, 16:06 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Bei Entscheidung für E-Auto Stromkosten nicht außer Acht lassen
© Estations | Fotolia

Der ADAC weist darauf hin: Bei den Kosten für E-Autos sollten Ladeverluste nicht vergessen werden.

Die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug orientiert sich vielfach am Energieverbrauch und damit an den Kosten fürs Aufladen. Verluste beim Ladevorgang bleiben unberücksichtigt, müssen aber mitbezahlt werden. Der ADAC hat 15 Stromer auf ihren realen Verbrauch an der Ladesäule untersucht.

Bordcomputer sind grundsätzlich ein sinnvolles Extra – beispielsweise informieren sie über gefahrene Wegstrecken, fällige Wartungsdienste, Durchschnittsgeschwindigkeiten oder den Verbrauch. Der Bordcomputer zeigt bei E-Autos jedoch nur den Verbrauchswert beim Fahren, nicht aber den gesamten Strombedarf an. Grund: Die Messsysteme im Fahrzeug können die beim Aufladen anfallenden Verluste nicht erfassen. Ladeverluste entstehen beim Laden in der vorgelagerten Elektroinstallation und der Ladestation, im Bordladegerät des Stromers und in der Antriebsbatterie.

Der ADAC hat 15 E-Autos auf ihren realen Verbrauch an der Ladesäule im Vergleich zur Angabe im Bordcomputer untersucht. Ergebnis: Je nach Fahrzeug weichen die Angaben 10 bis 25 Prozent voneinander ab. Der ADAC untersuchte dabei: Tesla Model 3 LR und SR+, Seat Mii electric, Jaguar i-Pace, Nissan Leaf, Renault Zoe und Zoe R110, Volkswagen e-Up!, KIA e-Niro, Mercedes EQC400, Mini Cooper SE, BMW i3 (120 Ah), Audi e-tron und Hyundai Ioniq Elektro. So muss man beim Tesla Model 3 LR knapp 25 Prozent zur Bordcomputer-Angabe addieren, beim Seat Mii electric knapp 21 Prozent und beim Jaguar i-Pace gute 17 Prozent. Aber auch die Mittelklasse-Wagen Renault Zoe (knapp 19 Prozent), Nissan Leaf (17,6 Prozent) und VW e-up! (15,6 Prozent) zeigen ein deutliches Plus. Lediglich der KIA e-Niro (9,9 Prozent) bleibt unter der 10-Prozent-Marke.

Differenz zwischen Bordcomputer und realem Stromverbrauch
© ADAC

Differenz zwischen Bordcomputer und realem Stromverbrauch

Um dem Verbraucher eine vollständige Übersicht über den Stromverbrauch zu liefern, fordert der ADAC von den Herstellern, nicht nur die Verbrauchswerte, sondern auch die Ladeverluste in Prozent bei den technischen Angaben mitaufzuführen. Außerdem sollten sie bei der Entwicklung nicht nur auf effiziente Antriebe, sondern auch auf Ladesysteme mit niedrigen Verlusten achten.

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