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Neuer Serienauftrag

ZF produziert 4D-Full-Range-Radar für SAIC

14. April 2021, 08:33 Uhr   |  Irina Hübner

ZF produziert 4D-Full-Range-Radar für SAIC
© ZF Friedrichshafen

Das bildgebende Full-Range-Radar bietet eine hohe Auflösung in vier Dimensionen: Entfernung, Geschwindigkeit, Horizontalwinkel (Azimut) und jetzt auch zusätzlich die Höhe (Elevationswinkel).

ZF hat vom größten chinesischen Automobilhersteller, der SAIC Motor Corporation, einen Serienauftrag für sein 4D-Full-Range-Radar erhalten. Ab 2022 wird ZF die Radarsensoren in China produzieren und für die Elektro-SUVs der R-Serie an SAIC liefern.

Das bildgebende Full-Range-Radar bietet eine hohe Auflösung in vier Dimensionen: Entfernung, Geschwindigkeit, Horizontalwinkel (Azimut) und jetzt auch zusätzlich die Höhe (Elevationswinkel). Damit wird der Radar ebenfalls zu einer bildgebenden Technologie in 3D mit der Geschwindigkeit als zusätzlicher vierter Messdimension. Die hochauflösende 4D-Erfassung der Verkehrssituation kann beispielsweise einem Fahrzeug auf einer Autobahn dabei helfen, das Ende eines Staus unter einer Brücke frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu bremsen. Das Full-Range-Radar liefert darüber hinaus Informationen, um den Fahrbahnrand zu erkennen und ob es freie Überholbereiche am Fahrbahnrand gibt.

Ein Full-Range-Radar verfügt über eine wesentlich höhere Auflösung als ein Mid-Range-Radar, das typischerweise nur zwölf Kanäle hat (drei Sender, vier Empfänger). Beim Full-Range-Radar von ZF ist die Anzahl der Kanäle 16-mal größer: Mehrere MMIC-Chips (Monolithic Microwave Integrated Circuit) werden kombiniert, so dass insgesamt 192 Kanäle zur Verfügung stehen.

»Mit seiner hohen Objekt- und Szenenerkennung und der großen Reichweite ist das Full-Range-Radar eine wichtige Schlüsseltechnologie, die die hohen Anforderungen des automatisierten Fahrens der Level 3 und 4 zu einem wettbewerbsfähigen Preisniveau erfüllt. Dieser Sensor ist auch in der Lage, die Leistung von hochmodernen Sicherheits- und Fahranwendungen des Level 2+ deutlich zu steigern«, erklärt Christophe Marnat, Leiter der ZF-Division Elektronik und ADAS.

Die hohe Informationsdichte des Full-Range-Radars ermöglicht eine sehr detaillierte Objekterkennung. So empfängt es zum Beispiel rund zehn Datenpunkte von einem Fußgänger statt nur einem oder zwei im Vergleich zu typischen Autoradaren. Dies ermöglicht genauere Informationen, da Radare für jeden Messpunkt die Geschwindigkeit des gemessenen Objekts registrieren. Das Full-Range-Radar von ZF kann auch die Bewegung einzelner Gliedmaßen auflösen – so kann der Sensor erkennen, in welche Richtung der Fußgänger geht.

Beim Full-Range-Radar handelt es sich um eine Ergänzung zum Sensorset von ZF für automatisierte Fahrfunktionen. Mit einem Öffnungswinkel von ±60° ist es für ein breites Spektrum an Situationen ausgelegt: vom langsamen Stadtverkehr bis zum Fahren auf Landstraßen und Autobahnen. Die Reichweite liegt bei 350 m. Das Radar nutzt das 77-GHz-Band und die FMCW-Modulation (Fast Ramp Frequency Modulated Continuous Wave, frequenzmoduliertes Dauerstrichradar), die er mit anderen Radarsensoren von ZF teilt.

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