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Hohe Reichweite

Radarsensoren für 360-Grad-Abdeckung

Auf der Auto Shanghai stellt Continental die sechste Generation von Fernbereichsradar und Surround Radar vor.  Die Surround Radare erkennen Objekte, wie querende Fahrzeuge, Motorräder und Radfahrer früh und präzise.
Auf der Auto Shanghai stellt Continental die sechste Generation von Fernbereichsradar und Surround Radar vor. Die Surround Radare erkennen Objekte, wie querende Fahrzeuge, Motorräder und Radfahrer früh und präzise.
© Continental

Auf der Auto Shanghai stellt Continental die sechste Generation von Fernbereichsradar und Surround Radar vor. Der Produktionsanlauf ist für das Jahr 2023 geplant. Beide Radarsensoren teilen sich eine Soft- und Hardware-Plattform, was zu einer Reduktion der Komplexität führt.

Als skalierbare Lösung decken die Radare verschiedene Anwendungen ab: Von Euro NCAP-Anforderungen in einer Einstiegsvariante bis hin zur Umsetzung von Funktionen für höhere Automatisierungsgrade wie automatisierte Spurwechsel in einer Premiumvariante. Mit den Sensoren lassen sich auch die Vorgaben der General Safety Regulation (GSR) abdecken. Die Radare unterstützen zudem verschiedene Fahrzeugarchitekturen und -arten durch die Verfügbarkeit als Smartradar, mit Datenverarbeitung im Sensor und als Satellitenradar, mit der Verarbeitung von Daten in einem zentralen Steuergerät.

Neben der Entwicklung des Fernbereichsradars mit einer Reichweite von rund 250 m konzentrieren sich die Ausführungen auch auf die 360-Grad-Umfelderfassung. Diese künftigen Surround Radare haben mit rund 200 m wesentlich mehr Reichweite als bisherige Nahbereichsradare und schaffen damit eine Voraussetzung für sehr gute Ergebnisse bei künftigen NCAP-Bewertungen von Assistenzsystemen. Dank einer höheren Empfindlichkeit erkennen die Surround Radare Objekte, wie querende Fahrzeuge, Motorräder und Radfahrer, früher und präziser. Sogar dann, wenn diese an besonders schwierigen Einbaupositionen im Fahrzeug sitzen. Insbesondere für die Bereiche seitlich des Fahrzeugs weisen die Surround Radare Merkmale auf, die sowohl Fahrerassistenzsysteme als auch das automatisierte Fahren leistungsfähiger machen.

Um eine sichere Rundumerfassung des Fahrzeugumfelds mit Radartechnologie realisieren zu können, müssen Radare an den Ecken des Fahrzeugs vorne und hinten hinter den lackierten Stoßfängern platziert werden. Das ist sensortechnisch eine Herausforderung, denn Reflexions- und Absorptionseffekte an der Stoßfängerstruktur und der Lackschicht können Radarsignale beeinflussen. Beim Fernbereichsradar in der Mitte der Fahrzeugfront sitzt deshalb eine Schutzhülle, ein sogenanntes Radom, aus funkwellendurchlässigem Kunststoff über dem Sensor.

Mehrere zum Patent angemeldete Lösungen erhöhen die Empfindlichkeit der Radarsensoren, sodass trotz der Dämpfung durch lackierte Stoßfänger an den Ecken eine höhere Erfassungssicherheit besteht. Außerdem sind die neuen Sensoren mit Abmessungen von nur noch rund 70 x 55 x 20 mm (ohne Steckverbinder und Halterung) gegenüber der fünften Generation um nahezu 40 Prozent kompakter. Damit eröffnen sich neue Integrationsmöglichkeiten, etwa im Fahrzeugschweller, um ein Seitenradar zu realisieren.

Die neuen Surround- und Fernbereichsradare arbeiten standardmäßig bei 77 GHz, sind jedoch für das Band zwischen 77 und 81 GHz vorbereitet und bieten damit die Vorteile eines größeren Frequenzbandes. Dank intelligenter Algorithmen filtern die Radare im Straßenverkehr auch die Signale anderer Radarsensoren heraus – ein wichtiges Thema bei steigenden Ausstattungsraten – und verarbeiten nur die eigenen Signale.

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