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Keine Abgase, kein Krach

Batteriebetriebene Schienennutzfahrzeuge

Das neue batteriebetriebene Mehrzweckfahrzeug für die Instandhaltung von Schienen kann vier bis sechs Stunden arbeiten, bevor es wieder aufgeladen werden muss.
Das neue batteriebetriebene Mehrzweckfahrzeug für die Instandhaltung von Schienen kann vier bis sechs Stunden arbeiten, bevor es wieder aufgeladen werden muss.
© Railcare

Keine Dieselabgase und kein Krach: Das sind die Vorteile elektrisch betriebener Fahrzeuge für die Instandhaltung von Schienen.

In städtischen Umgebungen ist das ein wichtiges Argument. Ein solches batteriebetriebenes Mehrzweckfahrzeug (MPV für Multi-Purpose Vehicle) haben Epiroc, ABB und Railcare entwickelt.

Das MPV kann seine Vorteile nicht nur in städtischen Umgebungen ausspielen, sondern auch unter Tage, etwa in Minen und größeren Tunneln. Diese Einsatzfälle hatte die Schwedische Railcare im Blick, als sich das Unternehmen entschloss, in Zusammenarbeit mit Epiroc und ABB das erste schwere MVP mit elektrischem Antrieb zu entwickeln.

Epiroc ist ein Hersteller von Bergbaugeräten und Geräten für die entsprechenden Infrastrukturen. Das Unternehmen hat den modularen, skalierbaren elektrischen Antriebsstrang für das Fahrzeug entwickelt. Die Motoren steuert ABB bei: Vier neue Elektromo­toren des Typs AMXE kommen zum Einsatz. Die kompakten, flüssigkeitsgekühlten Permanentmagnet-Elektromotoren eignen sich für den Einsatz in rauen Umgebungen unter anspruchsvollen Bedingungen. Die Motoren werden durch den robusten und vielseitigen flüssigkeitsgekühlten HES880 Mobile Drive von ABB gesteuert, der sich unter anderem im Bahnbereich und Schiffbau bereits bewährt hat.

Das MPV ist mit einer eigenen Stromquelle, Vakuumpumpen, Hydraulik und Steuerkabinen ausgestattet. Die Batterien von Northvolt liefern Strom für vier bis sechs Stunden, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen – genug Zeit für eine übliche Nachtschicht.

»Mit dem MPV-Projekt von Railcare bauen wir unsere Kooperation mit ABB weiter aus, die mit Motoren und Antrieben für unsere Untertagebaufahrzeuge der neuen Generation begonnen hat«, sagt Erik Svedlund, Leiter Marketing, Rocvolt Business Development bei Epiroc. »Bei der Entwicklung unseres Konzepts für den elektrischen Antriebsstrang hatten wir vor allem die Bergbauindustrie im Blick. Das Projekt stellt aber auch die breitere Eignung für andere Arten von Maschinen unter Beweis, die in rauen Umgebungen zum Einsatz kommen und bisher mit Dieselmotoren betrieben werden.«

Ein Prototyp wird derzeit in Schweden getestet, die Produktion des MPV soll voraussichtlich in diesem Jahr beginnen. Railcare plant zunächst den Bau von drei Fahrzeugen und will damit alte, dieselbetriebene Exemplare in unternehmenseigenen Betrieben in Skandinavien und UK ersetzen. Später sollen die Fahrzeuge dann an Kunden in aller Welt geliefert werden.

 


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