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Neuausrichtung auf Einstiegsklasse-Oszilloskope

11. August 2020, 14:27 Uhr   |  Markus Haller

Neuausrichtung auf Einstiegsklasse-Oszilloskope
© Tektronix

Das TBS1000C ist eine weitere Oszilloskop-Serie von Tektronix für die Einstiegsklasse.

In den letzten 15 Monaten brachte Tektronix drei neue Oszilloskop-Modelle auf den Markt. Alle aus der Einstiegsklasse. Hier sind die Modelle im Überblick.

Während sich der große Konkurrent Keysight auf das High-End-Segment konzentriert, richtet sich Tektronix auf Oszilloskope der Einstiegsklasse aus. Die neuesten Vertreter sind das Digitalspeicher-Oszilloskop TBS1000C, das TBS2000B und das Mixed Domain Oszilloskop der Serie 3.

TBS1000C

Die TBS1000C-Serie ist seit Anfang August verfügbar und kostet in der Grundausstattung rund 450 €. Dafür bekommt der Anwender ein 7-Zoll-WVGA-Farbdisplay, 50 MHz Bandbreite, 2 Messkanäle und 1 GS/s Abtastrate. Für rund 500 € lässt sich die Bandbreite auf 100 MHz und nochmal auf 200 MHz verdoppeln. Damit ist das Maximum der Familie erreicht. Zu dieser Serie gehört auch das System »HelpEverywhere«, das Tipps und Hinweise über die gesamte Benutzeroberfläche liefert und neuen Anwendern das Eingewöhnen erleichtern soll.

Der Bildschirm ist in eine Rasterstruktur mit 10 vertikalen und 15 horizontalen Unterteilungen gegliedert. Dedizierte Bedienelemente an der Vorderseite bieten schnellen Zugriff auf häufig benötigte Einstellungen. Das UX-Design der Benutzeroberfläche wurde überarbeitet und besteht nun aus größeren Menüs mit klarer beschrifteten Bildschirminformationen. Speziell für den Ausbildungssektor und Hochschulen ist ein Kursunterlagensystem integriert mit Laborübungen und Schritt-für-Schritt-Anweisungen für Studenten. Beispiel-Laborübungen stellt Tektronix über das Courseware Resource Center zum Herunterladen zur Verfügung. Zu Schulungszwecken lassen sich am Oszilloskop Funktionen wie Autoset, Cursors und automatische Messungen deaktivieren.

TBS2000B

TBS2000B-Serie: 70 bis 200 MHz Bandbreite, WLAN-Unterstützung und 32 verschiedene automatisierte Messungen.
© Tektronix

TBS2000B-Serie: 70 bis 200 MHz Bandbreite, WLAN-Unterstützung und 32 verschiedene automatisierte Messungen.

Das TBS2000B kam Anfang des Jahres auf den Markt und beginnt bei ca. 1300 €. Es wird über ein 9-Zoll-WVGA-Display bedient, ist ebenfalls in 15 horizontale Bereiche unterteilt, hat aber mit 5 Mio. Messpunkten einen deutlich größeren Speicher als die TBS1000C-Serie. Die Bandbreite der Modelle reicht von 70 MHz bis 200 MHz und die Abtastrate ist mit 2GS/s doppelt so hoch. Es lassen sich im Vergleich zu den TBS1000C-Modellen wesentlich mehr Signale erfassen und anzeigen. Signalverläufe lassen sich über neue On-Waveform-Cursoranzeigen mit Such- und Markierungsfunktionen interpretieren und Ereignissen zuordnen. Das Front-End ist laut Tektronix rauschärmer und liefert eine höhere Signalintegrität.

MDO Serie 3

MDO der Serie 3 mit Analogeingängen, optional mit getrenntem digitalem Kanal (16 Eingänge).
© Tektronix

MDO der Serie 3.

Dieses Mixed-Domain-Oszilloskop soll eine Brücke zwischen Einstiegs- und Hochleistungsoszilloskopen schlagen und stellt die fortschrittlichste Technik aus dem Einstiegsportfolio von Tektronix dar. Erstmals vorgestellt wurde die Oszilloskop-Serie im Sommer 2019. Konzipiert wurde es als vielseitiges Testinstrument für eine breite Palette von Entstörungs- und Validierungsaufgaben. Es wartet mit einem 11,6 Zoll großen kapazitiven HD-Touchdisplay auf, dem laut Herstellerangaben größten seiner Klasse. Anders als die beiden vorgestellten TBS-Serien, die jeweils 2 oder 4 Messkanäle bereitstellen, erhält der Anwender hier bis zu 16 digitale Kanäle und eine integrierte Spektrumanalysator-Funktion. Das Oszilloskop ist in Bandbreiten von 100 MHz bis zu 1 GHz mit Abtastraten von 2,5 GS/s oder 5 GS/s auf allen analogen Kanälen und bis zu 8,25 GS/s auf digitalen Kanälen mit einer Zeitauflösung von 121,2 ps erhältlich. Der Speicher zeichnet 10 Mio. Messpunkte auf. Preislich beginnen diese Vertreter bei rund 3600 €.

Der neue Fokus auf den Einstiegsmarkt kann als Reaktion auf die Aktivitäten von chinesischen Anbietern wie Rigol und Siglent betrachtet werden, die auf den europäischen Markt streben. Ihre Technik ist nach Meinung von Branchenkennern wie Hans Steiner, Geschäftsführer vom Messtechnik-Fachdistributor Datatec, noch nicht mit den Geräten der Premium-Anbietern vergleichbar. Überzeugen wollen die Hersteller zunächst über den Preis. Einstiegsklasse-Geräte sind dafür die logische Anlaufstelle. Das Terrain wollen die etablierten Anbieter offenbar nicht kampflos preisgeben. Gleichzeitig investieren chinesische Anbieter in Forschung & Entwicklung – und zeigen sich durchaus stolz auf ihre Patentwand.

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