Osram-Übernahme ams in Panik?

Der Firmensitz von ams
Der Firmensitz von ams

In einem Brief an die Osram Aktionäre will ams noch einmal Überzeugungsarbeit für die Übernahme leisten. Bisher wollen nur 3,3 Prozent an ams verkaufen.

An der Börse unterstellten manche ams eine Panikreaktion. Sicherlich hätte ams damit gerechnet, dass sich etwas mehr Osram-Aktionäre schon gleich zu Beginn der Frist hätten überzeugen lassen. Denn mit 41 Euro pro Aktie sei das Übernahmeangebot gut, Vorstand und Aufsichtsrat von Osram stimmen zu und vor allem sei das Konzept einsichtig, einen global führenden Hersteller von Sensoren und Sensorsystemen zu schaffen. Bisher (zum 27. November) haben aber erst  3,3 Prozent der Osram-Aktionäre ams ihre Aktien angedient. Damit ist das Unternehmen noch ein gutes Stück vom Ziel entfernt, die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent zu erreichen. Die Zeit drängt, denn die Frist läuft am 5. Dezember um Mitternacht aus.

Andererseits neigen die Aktionäre dazu, ihre Papiere erst ganz zum Schluss zu verkaufen. Dass sich bisher allerdings nur sehr wenige entschlossen haben, spricht nicht dafür, dass der zweite Anlauf für ams leichter wird als der erste gescheiterte Versuch. Für das ams-Management dürfte es wieder eine Zitterpartie werden.

Änderungen am Angebot aber werde es nicht mehr geben, wie CEO Alexander Everke in dem Schreiben klarstellte: »Um eventuelle Marktspekulationen zu beenden, bestätigt ams, weder den Angebotspreis von 41,00 Euro ändern noch die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent senken zu wollen. ams sieht keine Vorteile in einer bedeutenden Minderheitsbeteiligung an Osram, ohne klaren Weg zur Erlangung von Kontrolle«, ist in dem Schreiben zu lesen.

Sollte das Angebot die Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent nicht erreichen, ist der Fortgang ebenfalls klar: »ams wird dann pflichtgemäß alle Optionen für die Beteiligung an Osram prüfen und bestätigt, für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keine weiteren Osram-Aktien zu erwerben und kein weiteres Angebot für Osram aufzulegen.«

»Dies ist die letzte Chance für Osram-Aktionäre, sich den Angebotspreis von 41,00 Euro zu sichern, der eine signifikante Prämie gegenüber dem Aktienkurs darstellt«, erklärt Everke. Er ist überzeugt, dass – wenn die Übernahme misslänge – der Kurs der Osram-Aktie fallen würde. Was er nach Bekanntgabe des Briefes an die Osram-Aktionäre auch schon tat.  

ams jedenfalls versucht weiter zu überzeugen: Um die Werthaltigkeit des Angebots zu unterstreichen, hat ams  eine umfassende Zusammenschlussvereinbarung (Business Combination Agreement) abgeschlossen, einschließlich erweiterter Stakeholder-Verpflichtungen und Schutzklauseln für Osram-Mitarbeiter zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Produktionsstandorten in Deutschland.