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Wegen Corona

Den Ingenieurstudiengängen fehlen die Ausländer

17. März 2021, 12:47 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Den Ingenieurstudiengängen fehlen die Ausländer
© Bild: Adobe Stock

Neue Zahlen von Destatis zeigen, dass die Corona-Pandemie sog. Bildungsausländer vom Studieren in Deutschland abhält. Die Ingenieurstudiengänge trifft das mit minus 17 Prozent erheblich, allerdings nicht am härtesten.

Im Studienjahr 2020 (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/2021) haben sich 488 600 Studienanfängerinnen und Studienanfänger erstmals für ein Studium an einer deutschen Hochschule immatrikuliert. 

Das waren 20 100 beziehungsweise 4 Prozent weniger als im Studienjahr 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, ging die Zahl der ausländischen Studierenden im 1. Hochschulsemester gegenüber dem Vorjahr um 21% auf 99 400 zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der deutschen Studierenden im 1. Hochschulsemester um 2 % auf 389 200.

Der außergewöhnlich starke Rückgang der ausländischen Studienanfängerinnen und -anfänger sei maßgeblich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, in deren Folge eine Studienaufnahme an einer deutschen Hochschule für Studierende aus dem Ausland erheblich erschwert war. 

Das zeigten auch die endgültigen Ergebnisse zum Sommersemester 2020. Danach sank die Zahl der Bildungsausländer um 29 Prozent, die Zahl der Bildungsinländer dagegen nur um 8 Prozent im Vergleich zum Sommersemester 2019. Bei den Bildungsinländern wirkt sich das zum 1.1.2000 geänderte Staatsangehörigkeitsrecht aus, nach dem ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit bei der Geburt erwirbt, wenn ein Elternteil seit 8 Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.

Bildungsinländer sind Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung aber in Deutschland erworben haben. Bildungsausländer haben diese dagegen im Ausland erlangt. Für das Wintersemester 2020/2021 und damit auch für das Studienjahr 2020 liegen noch keine Ergebnisse zu Bildungsinländern und Bildungsausländern vor.

Den größten relativen Rückgang bei den ausländischen StudienanfängerInnen gab es zwar im Bereich Geisteswissenschaften: Von den 99 400 ausländischen Erstimmatrikulierten im Studienjahr 2020 begannen 9 600 Personen ein solches Studium – das waren 42 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Die meisten Ersteinschreibungen ausländischer Studierender verzeichneten immer noch die Fächergruppen Ingenieurwissenschaften (37000) sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (31 100). Doch auch in diesen beiden Fächergruppen ging die Zahl der StudienanfängerInnen mit -17 Prozent beziehungsweise -16 Prozent deutlich zurück. 10 200 Erstimmatrikulierte mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren es im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften (-12 Prozent), 4 200 in Kunstwissenschaften (-24 Prozent) und 3 400 in Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (-21 Prozent). Mit 2 200 Ersteinschreibungen durch ausländische Studierende verzeichnete die Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin mit nur minus 7 Prozent den verhältnismäßig geringsten Rückgang. 

Mit 199 600 StudienanfängerInnen (41 Prozent) wählten die meisten Ersteinschreiber im Studienjahr 2020 die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von Ingenieurwissenschaften (26 Prozent) sowie Mathematik/Naturwissenschaften (11 Prozent). 

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