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Homeschooling und Digitale Bildung

Deutschland nur auf Platz 13

16. Februar 2021, 09:19 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Deutschland nur auf Platz 13
© Bild: Adobe Stock

Eine Studie hat 30 Länder auf ihre Voraussetzungen für E-Learning und digitale Bildung untersucht. Sieger ist Norwegen, letzter Mexiko. In Deutschland erschweren eine unterdurchschnittliche Infrastruktur mit 91,3 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit im Breitband Schülern die Teilhabe am Digitalunterricht.

Die digitale Lernplattform Preply hat eine Studie veröffentlicht, in der sie die aktuellen Voraussetzungen für erfolgreiches E-Learning und digitale Bildung in 30 OECD-Ländern untersucht hat. Deutschland belegt dabei nur den mittelmäßigen dreizehnten Platz. Sieger ist Norwegen, gefolgt von  Dänemark, der Schweiz und Luxemburg. Hinter Deutschland liegen Frankreich und Ungarn. 

Die Corona-bedingten Schulschließungen haben die Schwachstellen der Digitalisierung des Bildungssystems in Deutschland offengelegt. In vielen Fällen mangelt es laut Studie schon an grundlegenden Fundamenten der digitalen Bildung, wie moderner Ausstattung oder medienkompetenten Lehrerinnen und Lehrern.

Auch im Vergleich mit anderen Ländern weltweit schneidet Deutschland schlecht ab.  Dazu wurden Daten zum Stand der digitalen Infrastruktur, zum digitalen Bildungsangebot und zum E-Learning-Markt analysiert. 

Norwegen bietet demnach weltweit die besten Voraussetzungen für erfolgreiches E-Learning. Mit Breitband-Internet in einer Geschwindigkeit von 127,2 Mbit/s – fast eineinhalb Mal schneller als in Deutschland – liefert Norwegen eine der wichtigsten Grundlagen für den gemeinsamen Online-Unterricht in Echtzeit.

Deutschlands Position im Mittelfeld bestätigt, dass die Digitalisierung anderen Ländern hinterherhinkt. Der Missstand spiegelt sich auch im digitalen Bildungsangebot wieder. Während in Deutschland nur 220 Studiengänge und -kurse vollständig online stattfinden, haben Studierende in Großbritannien heute schon die Wahl aus 4.281 Kursen.

Trotz alledem lässt Deutschland andere große Volkswirtschaften, wie Frankreich, Spanien oder Japan hinter sich. 

“Wir sind davon überzeugt, dass E-Learning das große Potential hat, Bildungsmöglichkeiten weltweit zu verbessern”, so Kirill Bigai, CEO von Preply. “Die Corona-Krise hat gezeigt, dass digitale Bildungsangebote noch sehr ungleich verteilt sind. Die neuen Erkenntnisse bieten die optimale Gelegenheit, um diesen Missstand auszugleichen. Es ist ein großer Schritt in Richtung Chancengleichheit, wenn Lerninhalte grenzenlos abgerufen und bearbeitet werden können. Dafür müssen natürlich alle über die gleichen technischen Voraussetzungen verfügen. Inwieweit das der Fall ist, wollten wir mit dieser Studie herausfinden.”
 
 Mexiko bietet die schlechtesten Voraussetzungen für Angebote aus dem Bereich E-Learning. Während sowieso nur 44,3 % der Mexikaner über einen privaten Computerzugang verfügen, macht langsames Internet das gemeinsame Arbeiten in Echtzeit unmöglich.

Die Vereinigten Staaten bieten 9.303 Online-Studiengänge und -kurse, die vollständig ohne Präsenz absolviert werden können und damit die größte Vielfalt an digitalen Bildungsangeboten.

Kanada verfügt über das beste Preis-Leistungs-Verhältnis beim Internetzugang. Zusätzlich investiert die kanadische Regierung rund 31 % des BIP pro Kopf in den tertiären Bildungsbereich.
 
Überraschend schlecht schneidet Japan auf Rang 21 ab. Das technisch fortschrittliche Land bietet E-Learning-Angeboten zwar einen reichhaltigen Markt, aber schleppend langsames Internet und unzureichende digitale Bildungsangebote bremsen das Potential von E-Learning in Japan aus.

Ein Gesamtranking aller untersuchten Länder gibt es hier

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