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Was sind die Lehren aus einem Jahr Homeoffice?

17. März 2021, 13:30 Uhr   |  WEKA Fachmedien Newsdesk, ts

Was sind die Lehren aus einem Jahr Homeoffice?
© Tanium

Christoph Volkmer ist VP EMEA Central bei Tanium, einem Anbieter von Endpoint-Management-Lösungen und IT-Sicherheitsplattformen.

Homeoffice ist derzeit die Regel, Büroalltag war gestern. Was das für die IT-Landschaft bedeutet und wie sich Unternehmen für die Zukunft aufstellen müssen, erklärt Christoph Volkmer von Tanium.

Am 22. März 2020 beschloss die Bundesregierung umfassende Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Kontakte. Neben dem Mindestabstand von 1,50 Metern zu seinen Mitmenschen hat vor allem der flächendeckende Übergang zur Arbeit aus dem Homeoffice einen bleibenden Eindruck bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermaßen hinterlassen. Manche Unternehmen taten sich vor allem bei der plötzlichen Umstellung auf eine Remote-fähige IT-Infrastruktur schwer. Doch auch das Fehlen der zwischenmenschlichen Interaktion stellte die Arbeitskultur vieler Firmen auf eine harte Probe.

Zero Trust in der IT, maximales Vertrauen in die Belegschaft

Bereits vor dem ersten Lockdown lebten progressive Unternehmen eine flexible Arbeitsphilosophie. Eine wichtige Komponente dabei ist die freie Wahl zwischen Homeoffice und Büro. Gerade bei großen IT-Entwicklern war es bereits vor Corona nicht unüblich, dass circa die Hälfte der Angestellten von der Möglichkeit zum Homeoffice Gebrauch machte. Dadurch konnten diese Firmen bereits früh geeignete Arbeitsprozesse sowie eine solide Remote-Kultur entwickeln, die den Übergang zu annähernd 100 Prozent Heimarbeit erheblich erleichterten. Vertrauen in und Respekt gegenüber der Belegschaft ist dabei das A und O. Denn nur ein zufriedener und gesunder Mitarbeiter ist in der Lage sein volles Potenzial auszuschöpfen und bleibt dem eigenen Unternehmen über viele Jahre erhalten.

Ebenso wichtig wie der menschliche Aspekt ist auch die technische Seite der Medaille gewesen. Ein zuverlässiges und belastbares VPN ist dabei jedoch nur die Mindestanforderung. Wenn alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten – womöglich sogar von privaten Endgeräten aus – ist es für den Datenschutz unabdinglich, alle im Firmennetz befindlichen Geräte in Echtzeit identifizieren zu können. Zero Trust statt blinden Vertrauens ist die hier geltende Losung. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich keine unberechtigten Akteure am Datenschatz des Unternehmens vergehen können, oder Sicherheitslücken durch ungepatchte Rechner offen und unbemerkt klaffen – manchmal über Monate oder gar Jahre hinweg. Um Sicherheitslücken schließen zu können ist zunächst die Sichtbarkeitslücke zu schließen. Mit einem zuverlässigen Endpunktmanagement spielt es keine Rolle, ob die Mitarbeiter von zu Hause aus oder im Büro arbeiten.

Was bringt die Zukunft?

Die globale Impfkampagne nimmt mit jedem Tag mehr Fahrt auf und verspricht eine baldige Rückkehr zur gewohnten Normalität. Jedoch werden die Spuren der Pandemie  niemals vollständig verschwinden. Die neu geschaffenen IT-Infrastrukturen wurden mit großem finanziellen und technischen Aufwand installiert und stehen in Zukunft für das Homeoffice bereit. Moderne Arbeitgeber werden sich daran messen lassen müssen, wieviel Flexibilität sie ihren Angestellten bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes bieten. Talente werden sich vornehmlich für den Arbeitsplatz entscheiden, der ihnen den größtmöglichen Entscheidungsspielraum bietet, um ihre Kreativität und ihr Potenzial frei entfalten zu können. Es wird zukünftig schwer für Organisationen, restriktive Arbeitsbedingungen zu begründen, denn die technischen Möglichkeiten für das Arbeiten von überall und zu jederzeit existieren bereits.

Das normale Leben – einschließlich Betriebsreisen, Messebesuchen und der Face-to-Face Begegnung mit Kollegen – könnte bald wieder möglich sein. Doch die Vorzüge eines flexiblen Arbeitsplatzes werden viele von uns nicht mehr missen wollen. Daher ist es allen Unternehmen angeraten, den Trend zur flexiblen, belastbaren und sicheren IT-Infrastruktur mit dem absehbaren Ende der Lockdown-Odyssee nicht zurückzudrehen, sondern sich vielmehr an vorderster Front mit innovativen Betriebsmodellen zu positionieren.

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