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DRAM-Markt 2022

Preisverfall bis 20 Prozent – stagnierender Umsatz

Die DRAM-Preise werden ab dem vierten Quartal 2022 fallen, der Umsatz bleibt 2022 auf Vorjahresniveau.
Die DRAM-Preise werden ab dem vierten Quartal 2022 fallen, der Umsatz bleibt 2022 auf Vorjahresniveau.
© FtrendForce

Die DRAM-Preise werden 2022 um 15 bis 20 Prozent fallen – das Bitwachstum kompensiert dies aber, so dass der Umsatz konstant bleibt.

Insgesamt haben die DRAM-Hersteller in diesem Jahr stark von den OEMs profitiert, die ihre Lager gefüllt haben. In diesem Jahr wird der Umsatz mit DRAMs laut Trendforce voraussichtlich auf über 90 Mrd. Dollar klettern, sowohl wegen gestiegener Preise als auch höherer Speicher-Kapazitäten. Im vierten Quartal 2021 würden aber die Preise erstmals seit drei Quartalen wieder zurückgehen, und zwar um 3 bis 8 Prozent. Im ersten Halbjahr werde sich der Abwärtstrend noch verschärfen. Insgesamt sagt Trendforce einen Preisrückgang von 15 bis 20 Prozent für 2022 voraus. Doch werde das Wachstum in Bit im kommenden Jahr diesen Preisverfall kompensieren, so dass der Umsatz mit DRAMs auf dem Niveau von diesem Jahr verbleiben dürfte. Allerdings sei die Preisentwicklung im zweiten Halbjahr schwer einzuschätzen. Falls die Preise wieder ansteigen, so könnte der Umsatz mit DRAMs abermals einen Rekordwert erreichen.  

Die größten DRAM-Hersteller – Samsung, SK Hynix und Micron – werden laut Trendforce 2022 ihre Kapazitäten relativ vorsichtig erweitern, so dass die Zahl der gefertigten DRAMs um knapp 18 Prozent wachsen werde. Auf der Nachfrageseite seien die Lagerbestände derzeit relativ hoch. Deshalb werde die Nachfrage in Bit gerechnet um 16,3 Prozent steigen, was dem Kapazitätsausbau hinterherhinke. Deshalb werde 2022 der Wechsel von Knappheit zu Überangebot stattfinden.

Weil die Anwender im ersten Halbjahr 2022 aufgrund der Störungen in der Lieferkette mehr DRAMs eingekauft haben, trafen die DRAM-Hersteller auf eine besser als erwartete Nachfrage und konnten ihre Lagerbestände deutlich reduzieren. Jetzt erwarten sie ein deutliches Bit-Wachstum, weil der Server-Markt wächst. Samsung und SK Hynix hätten laut Trendforce die Zahl der Wafer für die DRAM-Fertigung kaum erhöht. Allerdings wandern die Fertigungsprozesse zu den 1Z-nm- und 1alpha-nm-Nodes, so dass die Analysten ein Bit-Wachstum von 17,9 Prozent für 2022 prognostizieren.

Gemessen in Bit werde Samsung den Ausstoß um 19,6 Prozent erhöhen. Die neuste Fab von Samsung, P3L, soll ab Mitte 2022 fertiggestellt sein und im kommenden Jahr nur wenig zur DRAM-Produktion beitragen. Das werde sich 2023 ändern.

SK Hynix wird wegen des schwächelnden DDR3-Speicher-Marktes voraussichtlich in ihrer alten Fab10 mehr Wafer-Kapazitäten für die Produktion von Logik-ICs nutzen. Nachdem das Unternehmen die Produktion von DRAMs in der neuen Fab16 gestartet hat, wird sich der DRAM-Ausstoß 2022 erhöhen.
 
Die Kapazität ihrer Fab A3 erhöht Micron derzeit, laut Trendforce aber vor allem um etwaige Verluste im Zusammenhang mit der Umstellung der Linien in dieser Fab auf die neusten Prozesstechnologien abfangen zu können. Deshalb werde sich die Gesamtkapazität von Micron 2021/22 kaum ändern.  Das Bit-Wachstum sei vor allem dem Übergang auf die 1Z- und 1alpha-Knoten zuzuschreiben. Micron sei unter den drei größten Herstellern am schnellsten zum 1alpha-Prozess migriert und die so produzierten DRAMs hätten die Kunden gut angenommen. Deshalb werde der Bit-Ausstoß von Micron 2022 um 16,3 Prozent zulegen.

Nanya Tech wird den Bau der neuste Fab voraussichtlich 2024 abgeschlossen haben. Auch Winbond baut gerade eine neue Fab, die die Pilotfertigung voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 aufnehmen wird. Deshalb werden die beiden taiwanischen Unternehmen 2022 sehr wenig zum Bit-Wachstum im DRAM-Markt beitragen.

Die größten Abnehmer von DRAMs sind Smartphones, Server und Notebooks. Alle drei Sektoren haben 2021 stark zugelegt. Von diesem hohen Niveau aus ist für 2022 nicht mehr mit hohen Zuwächsen zu rechnen. Zudem könne viele Produkte wegen der Knappheit an Zulieferteilen nicht gefertigt werden und die Lager die ODMs und OEMs sind relativ gut gefüllt, was die Nachfrage dämpft. Deshalb werde die Bit-Nachfrage 2022 um 16,3 Prozent wachsen – weniger als die Produktion in Bit.

2022 sollen rund 1.4 Mrd. Smartphones produziert werden, was einem moderaten Wachstum von 3,5 Prozent gegenüber 2021 entspräche. Vorausgesetzt, dass sich die Knappheit im Halbleiterbereich – vor allem der Chipsets und der Treiber-ICs – nicht weiter verschärfe. Mobile DRAMs werden 2022 rund 40 Prozent am DRAM-Gesamtmarkt ausmachen. In Bit gemessen werde dieser Markt um 15 Prozent zulegen. In den vergangenen Jahren hatte der Zuwachs pro Jahr bei über 20 Prozent gelegen.

Die Server-Industrie litt unter eingeschränkten Fertigungskapazitäten in Südostasien, wo die Sever zum großen Teil montiert werden, sowie unter der Knappheit von PMICs und passiven Bauelementen. Diese Probleme werden 2022 noch anhalten, so dass der Server-Markt 2022 um 4,3 Prozent zunehme. Der Einsatz der Ice-Lake-CPUs von Intel führe aber zu einem steigenden Bedarf an monolithischen 16-Gb-Dies, die in den 64 GB-Modulen Einsatz finden. Wenn die nächste Generation von Intel-XEON-Prozessoren – Sapphire Rapids – auf den Markt kommt, werden die 64-GB-Module die 60-Prozent-Schwelle durchstoßen. Deshalb wird der Bit-Bedarf in diesem Marktsektor um 20 Prozent zulegen, mehr als in allen anderen Marktsektoren.

Im kommenden Jahr werden voraussichtlich 222 Mio. Notebooks hergestellt, was einem Rückgang um 7 Prozent gegenüber diesem Jahr entspricht – vor allem wegen dem steigenden Anteil geimpfter Personen in Europa und Nordamerika. Weil sich aber Heimarbeit und Fernunterricht die Regel werden, werde auch die Nachfrage nach Notebooks mittel- und langfristig steigen und nicht auf den Level von vor der Corona-Pandemie zurückfallen. Unter den Notebooks legten im ersten Halbjahr 2021 die Chromebooks am schnellsten zu, die Wachstumsrate fiel aber im zweiten Halbjahr ab, weil sich Lagerbestände in den Distributionskanälen aufgebaut hatten. Die Nachfrage hat sich zu den kommerziellen Notebooks verschoben, die DRAM-Speicher mit höheren Kapazitäten enthalten. Dieser Trend werde 2022 anhalten und den Bit-Bedarf um 15 Prozent wachsen lassen.

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