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Einfluss der Batterienutzung auf den Restwert des E-Autos

03. Juni 2020, 12:30 Uhr   |  Stefanie Eckardt

Einfluss der Batterienutzung auf den Restwert des E-Autos
© Twaice

Autovista Group, TÜV Rheinland und Twaice haben in einem Whitepaper gemeinsam erarbeitet, wie sich Battery Health Reports auf die Weitervermarktung von Stromern auswirken.

Autovista, TÜV Rheinland und Twaice haben in einem Whitepaper gemeinsam ermittelt, wie sich Battery Health Reports auf die Weitervermarktung von E-Fahrzeugen auswirken. Neben Alter und Kilometerzahl hat das Fahrerprofil einen entscheidenden Einfluss auf die Lebenszeit einer Batterie.

Batterien sind die teuerste Komponente in Elektrofahrzeugen. Werden sie älter, schwindet ihre Kapazität und Leistungsfähigkeit. Die Geschwindigkeit des Rückgangs wird auch durch die Behandlung der Batterie beeinflusst. Jedoch ist meist nicht offenkundig, ob das Verhalten des Fahrers besonders schonend war – bisher liegt Käufern gebrauchter Batterie-Elektrofahrzeuge diese Information nicht vor.

Informationsasymmetrie ist einer der größten Geldvernichter in Märkten mit komplexen Produkten. Ohne Input von Fachexperten ist es schwer, die tatsächliche Qualität zu bestimmen. Labels, Zertifikate und Ratings funktionieren gut in diesen Märkten. Der Gebrauchtwagenhandel ist ein erstklassiges Beispiel für solch einen Markt. Mangels Informationen durch Kennzeichnungen und Labels, tappen Käufer von Gebrauchtwagen über die tatsächliche Qualität des Fahrzeugs im Dunkeln. Sie werden die Qualität niedriger ansetzen und damit weniger für das Fahrzeug bezahlen.

»Gebrauchtwagenprogramme und erweiterte Garantien leisten bereits einen Beitrag, die Informationsasymmetrie zwischen Käufer und Verkäufer auszugleichen. Aber das Batterie-Elektrofahrzeug stellt eine neue Herausforderung für den Markt dar«, erklärt Christof Engelskirchen, Chief Economist bei der Autovista Group. »Wir wissen, dass die Behandlung der Batterie während ihrer Lebensdauer einen erheblichen Einfluss auf die Reichweite und damit den Alltagsnutzen hat. Jedoch mangelt es im Markt noch an systematischer Transparenz zur Batteriequalität und Batterienutzung

Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobility bei TÜV Rheinland, ergänzt: »Verschiedene Langzeittests haben uns gezeigt, dass Batterien von Elektrofahrzeugen abhängig vom konkreten Nutzungsprofil individuell, also sehr unterschiedlich, altern können. Eine Bewertung der Restkapazität und der zu erwartenden Einsatzdauer ist entscheidend für eine Restwertbestimmung.«

Twaice liefert die Technologie, um die tatsächlich verbleibende Qualität der Batterie, basierend auf dem bisherigen Umgang, zu bewerten. »Wir erstellen einen digitalen Zwilling der Batterie und simulieren die Auswirkungen von Betriebsbedingungen, Fahrstil und Ladeverhalten«, erzählt Jonas Keil, Senior Battery Engineer bei Twaice. »Viele unterschätzen den Einfluss des Batteriebetriebs. In unserem Szenario liefert eine Batterie, die schlecht genutzt wurde, nach drei Jahren und 45.000 km Laufleistung eine um fünf Prozent geringere Reichweite – und diese Lücke wird sich nur vergrößern, da die einmal verloren gegangene Batteriekapazität nicht wiederhergestellt werden kann.«

Die Simulation der Autovista Group zeigt, dass eine verbesserte und nachweisbare Batteriequalität, in Form von Battery Health Reports, in Deutschland bei einem drei Jahre altem Elektrofahrzeug in der Golfklasse ein bis zu 450 Euro höheres Weitervermarktungsergebnis hat. »Das entspricht einem wirtschaftlichen Mehrwert von 4,5 Millionen Euro pro 10.000 verkaufter gebrauchter Elektrofahrzeuge – zugunsten aller Marktteilnehmer«, erläutert Christof Engelskirchen. Eine Herausforderung bleibt jedoch laut Lennart Hinrichs, Commercial Director bei Twaice, bestehen: »Wir arbeiten jetzt daran, unsere Batterieanalytik zu nutzen um Battery Health Reports als Standard in der Industrie zu etablieren.«

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