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Neue Partnerschaft

Continental und Siemens kooperieren bei Lkw-Oberleitungssystem

29. Juli 2021, 09:50 Uhr   |  Irina Hübner

Continental und Siemens kooperieren bei Lkw-Oberleitungssystem
© Continental

Die »Nationale Plattform Zukunft der Mobilität«, eine Innovations-Initiative des Bundesverkehrsministeriums, empfiehlt 4000 km Autobahn bis 2030 mit der Oberleitungstechnologie auszustatten.

Continentals Entwicklungs- und Produktionsdienstleister Continental Engineering Services (CES) und Siemens Mobility kooperieren bei der Entwicklung und Fertigung von Stromabnehmern für Lkw. Ziel ist es, Schlüsselstrecken im Autobahnnetz mit einem Oberleitungssystem zu elektrifizieren.

Damit könnte der CO2-Ausstoß des Lkw-Verkehrs deutlich zu reduziert werden, wie es auch die EU-Regulierung 2019/1242 vorgibt.

Die neue Partnerschaft vereint die Expertise aus zwei Technologiewelten: Siemens Mobility ist Spezialist für Bahnelektrifizierung, Continental Engineering Services ist Entwicklungs- und Produktionsdienstleister für anspruchsvolle Automotive-Technologien. Beide Unternehmen bündeln nun ihr Know-how, um zeitnah eine Serienfertigung von Stromabnehmern zu realisieren und für einen flächendeckenden Einsatz in Europa zur Verfügung zu stellen.

Die eHighway-Technologie versorgt Lastwagen mit elektrischen Antrieben (beispielsweise Hybrid-Lkw, Brennstoffzellen-Lkw oder batterieelektrische Lkw) auf stark frequentierten Autobahnabschnitten über eine Oberleitung mit Strom. Die Lkw können dort komplett elektrisch fahren und zugleich ihre Batterien aufladen, ohne Kraftstoff zu verbrauchen.

Die von Siemens Mobility entwickelte eHighway-Technologie ist schon heute einsatzbereit. Jetzt geht es darum, insbesondere die Stromabnehmer für Lkw so weiterzuentwickeln, dass sie den Nutzfahrzeugherstellern kosteneffizient und in jeder gewünschten Stückzahl angeboten werden können.

Strom aus Oberleitungen auf 4000 km Autobahn

Entscheidend beim eHighway ist: Es müssen nicht alle Autobahnkilometer elektrifiziert werden. Die »Nationale Plattform Zukunft der Mobilität«, eine Innovations-Initiative des Bundesverkehrsministeriums, empfiehlt 4000 km Autobahn bis 2030 mit der Oberleitungstechnologie auszustatten. Denn etwa zwei Drittel des Kraftstoffverbrauchs im Lkw-Fernverkehr auf deutschen Autobahnen fallen auf den meistbefahrenen 4000 Kilometern des 13.000 Kilometer langen Autobahnnetzes an.

Wenn es gelingt, das Kernnetz zu elektrifizieren und die Lkw mit elektrischem Antrieb (Batterie, Hybrid, Wasserstoff) und integriertem Stromabnehmer dort während der Fahrt auf einfache Weise mit Strom zu versorgen, könnte schnell ein hoher Beitrag zum Klimaschutz erzielt werden.

Drei öffentliche Teststrecken

In Deutschland wird der eHighway von Siemens Mobility derzeit auf drei öffentlichen Teststrecken erprobt: auf der Bundesautobahn A5 in Hessen zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt, in Schleswig-Holstein auf der A1 zwischen der Anschlussstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck sowie auf der Bundesstraße B462 in Baden-Württemberg zwischen Kuppenheim und Gaggenau.

Ziel von CES und Siemens Mobility ist es, das Lkw-Oberleitungssystem flächendeckend in ganz Europa zur Verfügung zu stellen. Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur unterstützt die Skalierung von Oberleitungen für den Fernverkehr in sogenannten Innovationsclustern und beabsichtigt die Realisierung von großen Pilotanlagen bis 2023.

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