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Synchronisierter Datensatz und KI

ZF beschleunigt ADAS-Validierung

01. Juli 2021, 09:27 Uhr   |  Irina Hübner

ZF beschleunigt ADAS-Validierung
© ZF Friedrichshafen

Real-to-Real-Transformation soll die Kosten und den Zeitaufwand für die Validierung von ADAS-Systemen reduzieren. Tausende von realen L2+-Szenarien für einen definierten Sensorsatz werden vor dem Fahrzeugstart schnell getestet.

Der ZF-Konzern führt ADAS.ai ein – eine skalierbare Suite von daten- und KI-basierten Services für ADAS Virtual Engineering und digitale Validierung. Die Suite sol OEMs helfen, die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen für Pkw und Nfz zu beschleunigen.

ZF ADAS.ai kann auf ADAS-Systeme angewendet werden, die sowohl von ZF als auch von anderen Tier-1-Zulieferern entwickelt wurden.

ADAS.ai basiert auf zwei Errungenschaften: Zum einen auf einem besonders hochauflösenden, mit mehreren Sensoren synchronisierten Datensatz, der auf realen Fahrten aller Szenarien und der entsprechend nötigen Anzahl an Kilometern beruht, die für die globale Validierung eines L2+ ADAS-Systems erforderlich sind.

Zum anderen auf einer proprietären KI-Technologie, die in Zusammenarbeit mit Cognata aus Rehovot (Israel), entwickelt wurde. Diese KI-Technologie ermöglicht es, Sensoren virtuell »auszutauschen«, da die Algorithmen die bereits aufgenommenen Sensorsignale innerhalb des hochauflösenden Datensatzes entsprechend umrechnen und damit andere Einstellungen simulieren können. Somit können weitere (reale) Testfahrten entfallen, da sich Sensoren im virtuellen Raum erproben und validieren lassen.

Vollständige L2+-Szenarien auf Basis realer Fahrsituation

ADAS.ai ist Cloud-basiert und bietet signifikante Kosten- und Qualitätsvorteile im Vergleich zur traditionellen Entwicklung und Validierung, die auf physischen Testfahrten und bestehender Simulationstechnologie basiert. Vollständige L2+-Szenarien, abgeleitet aus dem realen Fahrbetrieb, werden an mehreren Stellen in die Entwicklungs- und Validierungsphasen eingespeist – entweder im virtuellen oder im Vollsensor-Modus. Dies ermöglicht eine erhebliche Beschleunigung und Effizienz der Entwicklungs- und Validierungsprozesse.

»Wir verwenden Daten aus der realen Welt in einem End-to-End-Ansatz, weil wir wissen, was unsere Kunden und die Behörden wünschen«, sagt Christophe Marnat, Executive Vice President der ZF-Division Electronics and Advanced Driver Assist Systems. »Mit unserem Ansatz benötigt ein OEM weder eine Vielzahl von Testfahrern noch Millionenbeträge an Budget, um in sicherem Rahmen zu entwickeln und zu validieren. Wir bringen die reale und die virtuelle Welt zusammen, weil wir echte Daten verwenden, um beide Modalitäten zu steuern.«

»Die Vision von ZF ist, ein vollständig virtuelles Engineering für ADAS von allen Tier-1-Lieferanten zu ermöglichen. OEMs wollen, dass die ADAS-Attribute so zuverlässig sind wie ein Crash-Test – vollständig digital validiert, bevor der erste Prototyp gebaut wird, und ZF hat die Technologie, die das ermöglicht«, so Marnat weiter. Die ADAS Digital Engineering and Validation Suite von ZF kann nach Unternehmensangaben bis zu 20 Prozent Zeit und Kosten sparen.

ZF und Cognata bringen reale und virtuelle Welt zusammen

ADAS.ai von ZF integriert exklusive Algorithmen von Cognata, einem führenden Unternehmen in der Anwendung von KI im Bereich des automatisierten Fahrens und der ADAS-Systeme. »Die KI von Cognata ermöglicht es der Validierungssuite von ZF, reale Fahrdaten auf alle bestehenden und neuen Fahrzeuge mit ADAS-Technologie bis Level 2+ zu übertragen und im virtuellen Raum zu validieren. Wir nennen das Real-to-Real-Transformation«, erklärt Danny Atsmon, CEO von Cognata.

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