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Volvo entwickelt Software selbst

Neue Modelle bekommen proprietäres Betriebssystem

01. Juli 2021, 10:08 Uhr   |  Irina Hübner

Neue Modelle bekommen proprietäres Betriebssystem
© Volvo Cars

Volvo Cars zentralisiert die Datenverarbeitung in seinen vollelektrischen Fahrzeugen in einem Hauptsystem.

Volvo Cars übernimmt künftig im eigenen Haus die Softwareentwicklung. Die nächste Volvo-Modellgeneration – darunter der erste SUV auf einer neuen, ausschließlich auf Elektroantrieb ausgelegten Technik-Plattform – nutzt das VolvoCars.OS-Betriebssystem.

Das neue Betriebssystem VolvoCars.OS dient dabei als übergreifendes System für elektrische Volvo-Fahrzeuge: Es integriert die verschiedenen Betriebssysteme im Auto sowie in der Cloud und schafft so eine kohärente Software-Umgebung. Zu den zugrunde liegenden Betriebssystemen gehören Android Automotive OS, QNX, AUTOSAR und Linux.

Eigenentwicklung offen für Dritte

Über eine Vielzahl von Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs), darunter die bereits angekündigte Extended Vehicle API, erhalten Entwickler Zugriff auf fahrzeuginterne Funktionen wie Sensordaten, Benutzerschnittstellen und Cloud-basierte Funktionen wie Flottendaten – vorausgesetzt, der Kunde stimmt dem zu. Die Informationen sollen den Entwicklern bei neuen Diensten und Anwendungen für Volvo-Fahrzeuge helfen.

»Indem wir uns intern um die Software kümmern, können wir die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöhen und Volvo-Modelle schneller optimieren als bisher«, erklärt Henrik Green, Chief Technology Officer (CTO) der Volvo Car Group. »Genau wie beim Smartphone oder Computer können neue Software und Funktionen durch Over-the-Air-Updates schnell eingeführt werden. Im Laufe der Zeit wird jeder Volvo also noch besser und komfortabler.«

Zentralisierte Datenverarbeitung senkt Komplexität

Volvo Cars zentralisiert die Datenverarbeitung in seinen vollelektrischen Fahrzeugen in einem Hauptsystem. Dadurch entfällt ein Großteil der Komplexität. Anstatt sich auf mehrere elektronische Steuereinheiten im Fahrzeug zu verlassen, die einzelne Funktionen und Systeme steuern, wird die intern entwickelte Software in einem leistungsstarken Core-Computer gebündelt.

Das Core-Computing-System, das erstmals in einem neuen, 2022 vorgestellten Volvo-Modell zum Einsatz kommen wird, besteht aus drei Hauptrechnern. Diese unterstützen sich gegenseitig bei der Verarbeitung von Bildern und künstlicher Intelligenz, allgemeinem Computing und Infotainment.

Die Umstellung auf ein zentralisiertes System erlaubt es Volvo Cars auch, Hardware und Software schrittweise zu trennen. Das Unternehmen kann dadurch kürzere Hardware-Zyklen einführen, sodass neue Volvo-Modelle regelmäßig mit der neuesten verfügbaren Hardware ausgestattet werden können.

Enge Kooperation mit Partnern

Volvo Cars vollzieht die Umstellung auf Eigenentwicklung und zentrales Computing in Zusammenarbeit mit führenden Branchenunternehmen. Dazu gehören Nvidia, mit dem das Unternehmen beim Core Computing zusammenarbeitet, und Google als Co-Entwicklungspartner für die Infotainmentsysteme.

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