Automotive-Radartechnologie

Hyundai Mobis beteiligt sich an Start-up Zendar

27. Januar 2022, 17:44 Uhr | Kathrin Veigel
Zendar Automobil-Radar
Das Investment von Hyundai Mobis bescheinigt der hochauflösenden Kfz-Radartechnologie von Zendar gute Zukunftsaussichten.
© Design Science Tech/Adobe Stock

Der Tier-1-Lieferant der Autoindustrie Hyundai Mobis erwirbt im Rahmen der Finanzierungsrunde der Serie B eine Minderheitsbeteiligung an Zendar. Ein starkes Signal dafür, dass man an die Zukunft der Software-Defined-Radar-Technologie des kalifornischen Start-ups glaubt.

Zendar kombiniert Informationen mehrerer Radar-Frontends rund um das Fahrzeug mit proprietärer DAR-Technologie (Distributed Aperture Radar). Das Ergebnis ist eine Radarauflösung, die der von LiDAR (optisch) vergleichbar, jedoch kostengünstiger ist und weniger empfindlich auf ungünstige Umgebungsbedingungen wie Regen, Schnee oder Staub reagiert. Da die Zendar-Technologie vollständig in Software implementiert wird, sind Kosten und Größe der Hardware geringer als bei heutigen automobilen Radarlösungen.

Heutige Auto-Radarsysteme sind auf einfache Funktionen wie den Autopiloten auf Schnellstraßen beschränkt. Um einen höheren Grad an Autonomie zu erreichen, benötigt das Fahrzeug aber Informationen mit sehr viel höherer Auflösung. Frühere Versuche zur Entwicklung eines hochauflösenden Radars waren sehr hardwareintensiv. Das hat die Systemkosten und die Komplexität stark erhöht und die breite Einführung in der Automobilindustrie extrem behindert.

Die Grenzen des herkömmlichen Radars überwinden

Zendar hat im Gegensatz dazu Software für die Konfiguration von Radarsensoren und die Verarbeitung der Radarsignale entwickelt. Zusammen sollen sie eine Verzehnfachung der vertikalen und horizontalen Auflösung heutiger Radarsysteme liefern, ohne die Gesamtkosten der Lösung zu erhöhen.

Die Software kombiniert die Rohdaten mehrerer Radar-Frontends mit Bewegungsdaten aus Trägheitsmesseinheiten und setzt statt herkömmlicher Algorithmen zur Verarbeitung von Radarsignalen fortschrittliches Maschinenlernen ein, um Objekte zu erkennen. Zendar verwendet einfache und kostengünstige Radar-Frontends in Verbindung mit einem zentralen Prozessor, um die Auflösung der verschiedenen im Fahrzeug vorhandenen Radarsysteme zu erhöhen. Die Software soll auf der vorhandenen ADAS-Rechnerinfrastruktur des Fahrzeugs laufen. 

Sie fasst die Signale mehrerer Radar-Frontends in Echtzeit zu einer 4D-Tiefenmap (x, y, z und Doppler) mit Lidar-ähnlicher Detaillierung zusammen, jedoch ohne die hohen Kosten des Lidars und in einer Lösung, die unter allen Wetterbedingungen und in fast jedem Gelände funktioniert.

Versuche mit der Zendar-Radartechnologie auf öffentlichen Straßen haben bewiesen, dass sie eine ausreichend detaillierte Tiefenmap für autonomes Fahren der Stufe 5 liefert. Im Schnellstraßen-Modus hat das Zendar-Radar eine Reichweite von 350 m. Das reicht aus, um autonomes Fahren bei Autobahngeschwindigkeiten zu ermöglichen.


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