Ford erprobt intelligente Ampeln

Grüne Welle für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge

29. März 2022, 15:14 Uhr | Kathrin Veigel
Ford intelligente Ampeln
Automatisches Grünlicht für Krankenwagen, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge: Ford erprobt vernetzte Ampeln im Raum Aachen/Düsseldorf.
© Ford

In Notsituationen muss alles schnell gehen, denn das rechtzeitige Eintreffen von Rettungsfahrzeugen am Unfallort entscheidet über Leben und Tod. Deshalb hat Ford eine Ampeltechnik getestet, die im Bedarfsfall automatisch auf Grün schaltet, um den Weg für die Retter frei zu machen.

Das von Ford erprobte intelligente Ampelsystem kann nicht nur für freie Bahn für Krankenwagen, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge sorgen, sondern auch dazu beitragen, das Risiko von Ersthelfern zu reduzieren, die auf dem Weg zum Einsatzort oftmals über rote Ampeln fahren müssen und dadurch gelegentlich selbst in Unfälle verwickelt werden.

Staus und Verkehrsstörungen sollen sich damit ebenfalls reduzieren lassen, indem vernetzte Ampeln die Informationen über jeweilige Rot- und Grünphasen an sich nähernde Fahrzeuge senden.

Der Versuch war Teil des Projekts »Korridor für neue Mobilität Aachen – Düsseldorf« (ACCorD), bei dem automatisierte und vernetzte Fahrzeuge und vernetzte Infrastruktur auf Autobahnen, in der Stadt und in ländlichen Gebieten getestet wurden. Unterstützt wurde das Projekt von der RWTH Aachen, Vodafone, dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Stadt Aachen. Die Dauer des Forschungsprojekts erstreckte sich von Januar 2020 bis März dieses Jahres.

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Versuchsanordnung auf öffentlichen Straßen

Um die vernetzte Technik zu erproben, nutzte Ford in Aachen eine Straße mit acht aufeinanderfolgenden Ampeln sowie zwei Streckenabschnitte mit jeweils drei Ampeln außerhalb der Stadt. Die erforderliche Infrastruktur wurde von Projektpartnern eingerichtet.

Das verwendete Plug-in-Hybrid-Testfahrzeug des Typs Ford Kuga verfügte über eine Ausstattung zur Kommunikation mit der Infrastruktur sowie Rapid-Control-Prototyping-Hardware für den Betrieb der Prototypen-Software. Je nach Vorgabe der verschiedenen Testszenarien nahm das Fahrzeug jeweils die Rolle eines Krankenwagens oder eines Pkw ein.

Um die Notfallsituation zu testen, sendete das Testfahrzeug den Ampelanlagen ein Signal, damit diese ihr Licht auf Grün stellen. Sobald das Fahrzeug die Kreuzung passiert hatte, kehrte die Ampel in den Standardbetrieb zurück.

Im privaten Anwendungsfall erhält das Fahrzeug Informationen über die aktuellen sowie zukünftigen Zustände und Schaltzeiten der Ampeln. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage von Ford passt dann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs an, um einen insgesamt möglichst günstigen Verkehrsfluss sicherzustellen.

Fährt das Fahrzeug auf eine rote Ampel zu, so kann eine frühzeitige Reduktion der Geschwindigkeit von beispielsweise 50 km/h auf 30 km/h dafür sorgen, dass eine Ankunft erst dann erfolgt, wenn die Ampel wieder auf grün geschaltet hat. Auf diese Weise könnte die Technik dazu beitragen, die Notwendigkeit plötzlicher Bremsmanöver und tatsächliche Standzeiten vor Ampeln zu verringern und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Wird eine Ampel rot, so weiß das Fahrzeug bereits darüber Bescheid und kann bei einem unausweichlichen Halt die Geschwindigkeit frühzeitig und sanft reduzieren, starke Bremsmanöver vermeiden und die Staugefahr dadurch minimieren.


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