Auf der Nase statt in der Hand

39 Prozent der Deutschen mögen Smarte Brillen

7. Januar 2026, 6:15 Uhr | Heinz Arnold
Eine AR-Brille, auf die das »Trixel 3«-Display von Trilite zusätzliche Informationen für den Nutzer einspielt. Die AR-Brille unterscheidet sich in Aussehen und Gewicht kaum von »normalen« Brillen.
© TriLite

Mit smarten Brillen Musik hören, telefonieren, Fotos aufnehmen oder per Sprachbefehl das Internet nutzen – 39 Prozent der Deutschen sind grundsätzlich offen, solche Geräte zu tragen, die im Handel seit einiger Zeit erhältlich sind.

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Als nächste Stufe gelten Augmented-Reality-Brillen, die darüber hinaus virtuelle Inhalte in das reale Sichtfeld einblenden können und auch auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt werden. Insgesamt kann sich rund ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen vorstellen, künftig solche AR-Brillen und Smarte Brillen zu nutzen. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.209 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersklassen. Besonders groß ist das Interesse an AR-Brillen bei den 16- bis 29-Jährigen: Hier können sich 35 Prozent vorstellen, eine AR-Brille zu tragen. Auch bei den 30- bis 49-Jährigen ist die Zustimmung mit 34 Prozent überdurchschnittlich. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind 23 Prozent offen, in der Gruppe ab 65 Jahren nur 15 Prozent. »Die Entwicklung von alltagstauglichen AR-Brillen für den Massenmarkt läuft auf Hochtouren. Wenn Technik, Komfort und Preis in ein ausgewogenes Verhältnis kommen, könnten AR-Brillen in wenigen Jahren so alltäglich sein wie das Smartphone«, sagt Dr. Sebastian Klöß, Experte für Consumer Technology beim Bitkom. 

50 Prozent sehen einen Mehrwert in Smarten Brillen

Knapp die Hälfte der Bevölkerung sieht schon heute einen Mehrwert in Smarten Brillen – unabhängig davon, ob sie eine visuelle (AR-)Komponente besitzen oder wie bisher lediglich über Lautsprecher Informationen ausgeben. 47 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, Smarte Brillen zu verwenden, um Informationen zu historischen Gebäuden in der Umgebung zu erhalten. Relativ hoch ist mit 42 Prozent auch der Anteil derer, die eine solche Brille gerne für Wegbeschreibungen nutzen würde. Mit nur 18 Prozent ist die Möglichkeit, via Brille Informationen zu Menschen in der Umgebung zu erhalten, deutlich weniger gefragt.

Dass solche Brillen potenziell unbemerkt filmen oder fotografieren können, ist für viele zugleich ein unangenehmer Gedanke: 60 Prozent der Deutschen sagen, dass sie diese Vorstellung beunruhigt. »Die Hersteller smarter Brillen sind sich der damit verbundenen Herausforderungen durchaus bewusst. Aktuelle Modelle verfügen deshalb häufig über sichtbare Statusanzeigen, etwa eine gut erkennbare LED, die signalisiert, wenn damit ein Video aufgenommen oder ein Foto gemacht wird. Das soll für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen«, so Klöß.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dazu wurden 1.209 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 20 bis KW 23 2025 statt. Die Fragestellungen lauteten: »Haben Sie bereits eine Smarte Brille genutzt?« und »Können Sie sich vorstellen, eine alltagstaugliche AR-Brille zu tragen?« sowie »Inwieweit treffen die folgenden Aussagen zu Brillen, die Ihnen virtuelle oder sprachliche Inhalte wiedergeben können, auf Sie zu?«. 

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