Der Kampf der Foundry-Giganten Wafer-Preise unter Druck

Der Umsatz pro Wafer der Pure-Play-Foundries im zweiten Quartal 2018 bezogen auf Wafer-Durchmesser und Strukturgrößen.
Der Umsatz pro Wafer der Pure-Play-Foundries im zweiten Quartal 2018 bezogen auf Wafer-Durchmesser und Strukturgrößen.

Es wird nur drei Foundries weltweit geben, die die neusten Prozesstechniken anbieten können. Weil sie um die Vormacht kämpfen, könnten die Preise fallen.

Zumindest bis 2022, so prognostizieren die Marktforscher von IC Insights. Denn die drei verbliebenen Foundries – in alphabetischer Reihenfolge Intel, Samsung und TSMC – würden um Marktanteile auf der Ebene der neusten Prozessknoten hart kämpfen.

Der Umsatz pro Wafer ist für die meisten der vier größten Foundries der Welt – TSMC, Globalfoundries, UMC und SMIC – über die vergangenen Jahre gefallen. 1.138 Dollar – das ist der Umsatz, den die großen Pure-Play-Foundries im Durchschnitt pro Wafer 2018 erzielen werden.

Der Wert bezieht sich auf Waferäquivalente mit einem Durchmesser von 200 mm.  Den höchsten Umsatz hatten die vier Foundries 2014 mit 1.149 Dollar pro 200-mm-Wafer-Äquivalent erzielt. Seit dem ist der Umsatz langsam zurückgegangen.

Nur TSMC konnte den Umsatz pro Wafer steigern

Im Einzelnen hat IC Insights ermittelt, dass sich TSMC über einen Durchschnittsumsatz von 1.382 Dollar pro Wafer freuen kann, während Globalfoundries mit 1.014 Dollar und 36 Prozent darunter liegt und UMC nur auf 715 Dollar pro Wafer komme. TSMC sei auch die einzige Foundry, die in diesem Jahr einen höheren Umsatz – IC Insights spricht von einem Plus von 9 Prozent – als 2014 erzielen kann. Gegenüber 2013 seien die Umsätze pro Wafer in diesem Jahr für Globalfoundries um 1 Prozent, für UMC um 10 Prozent und für SMIC um 16 Prozent gefallen.

Aus dem Blickwinkel der Prozesstechniken gibt es riesige Unterschiede im Umsatz: Konnte im zweiten Quartal 2018 mit einem Wafer, der mit Hilfe von 0,5-µm-Prozessen gefertigt wurde, ein Umsatz von 370 Dollar erzielt werden, so waren es für einen 300-mm-Wafer mit Strukturgrößen von 20 nm und darunter 6.050 Dollar, rund 16 mal mehr.

Auch gemessen pro Quadratzoll Siliziumfläche, ist der Unterschied im Umsatz noch dramatisch: 7,41 Dollar für den 0,5-µm-Wafer mit 200 mm Durchmesser gegenüber 53,86 Dollar für den 300-mm-Wafer mit Strukturen von 20 nm und darunter.  

Weil TSMC einen hohen Anteil des Ausstoßes mit Prozessen unter 45 nm realisiert, schätzt IC Insights, dass die Foundry von 2013 bis 2018 ihren Umsatz pro Jahr um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr steigern konnte – während der Umsatz der vier führenden Foundries insgesamt um 2 Prozent pro Jahr fiel.