IOTA-Middleware für STM32-Boards Datenmarktplätze für Industrie 4.0 realisieren

So fügt sich die IOTA-DLT-Middleware »X-Cube-IOTA1« in »STMCube« ein.
So fügt sich die IOTA-DLT-Middleware »X-Cube-IOTA1« in »STMCube« ein.

Die Distributed Ledger Technologie von IOTA läuft jetzt auf den STM32-Boards von STMicroelectronics. Geld und Daten lassen sich ohne Transaktionskosten tauschen.

Dazu hat STMicroelectronics (STM) »STM32Cube« um das Software-Paket »X-Cube-IOTA1« erweitert, der kompletten IOTA-Middleware. Sie ermöglicht die Umsetzung aller Funktionen der Distributed-Ledger-Technik (DLT) von IOTA. »X-Cube-IOTA1« ist ab sofort für die Entwicklungs-Boards der Typen NUCLEO-F429ZI und NUCLEO-F746ZG erhältlich.

Damit ist »X-Cube-IOTA1« Teil von der Hardware-Abstraction-Layer »STMCube« und reiht sich in die übrigen Middleware-Komponenten ein, zu der RTOS, USB, TCP/IP und Grafik gehören. Auch die IOTA-Middleware basiert auf der Embedded Abstraction-Layer-Software »STM32CubeHAL«. Damit können die Anwender eine kryptografisch abgesicherte Datenbasis, also ein Buchhaltungssystem, aufbauen, das auf dem STM32-MPUs Transaktionen aufzeichnet, die nicht manipulierbar sind. Das Paket enthält Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie sich »IOTA Light Nodes« auf dem STM32 implementieren lassen, insbesondere um Micropayments und Datenhandel zwischen Maschinen zu ermöglichen.

Die Expansion-Software »X-Cube-IOTA1« lässt sich einfach auf verschiedene STM32-MPU-Familien von STMicroelectronics portieren.

Mit der »STMCube«-Hardware-Abstraction-Layer (HAL)  will STMicroelectronics den Anwendern helfen, Entwicklungszeit, -aufwand und -kosten zu reduzieren. STM32Cube deckt die gesamte STM32-Produktgruppe ab.

Datenhandel für die Industrie

Die klassischen Blockchains, wie sie aus vielen Kryptowährungen bekannt sind, sind für den Einsatz im Industrieumfeld bislang nur sehr beschränkt geeignet. Mit dem von IOTA als »Tangle« bezeichneten gerichteten, azyklischen Graph hat die IOTA Foundation Intellecutal Property geschaffen, auf dem alle anderen IOTA-Module aufbauen. Hürden, die sich im industriellen Umfeld der traditionellen Blockchain-Technik in den Weg stellen, können so genommen werden.

Solche DLT-Techniken lassen sich also besser auf die Anforderungen der Industriewelt zuschneiden, etwa um Marktplätze für den Datenhandel aufzubauen. Im Unterschied zur Blockchain erreichen die DLT-Techniken kürzere Transaktionszeiten und erheblich weniger Energieaufnahme – erlauben aber dennoch, Geschäfte dezentral durchzuführen, also ohne einen »Mann in der Mitte«, sowie Daten so aufzuzeichnen, dass sie sich im Nachhinein weder verfälschen noch aussortieren lassen oder neue Daten hinzugefügt werden könnten.

Keine Transaktionsgebühren

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen IOTA und Blockchain: Bei IOTA gibt es keine Marktteilnehmer (Miner), die für das reine Vermitteln von Transaktionen negativ in die Wertschöpfung eingreifen. »Der Aspekt der Gebührenfreiheit ist zentral, denn wenn man genauer darüber nachdenkt, kann nur so mittelfristig eine echte M2M- und Internet-of-Things-Ökonomie entstehen«, hatte Ralf Rottmann, damals Vorstandsmitglied der IOTA Stiftung mit Sitz in Berlin, in einem Interview gegenüber Markt&Technik schon vor einem Jahr erklärt. »Transaktionsgebühren sind aus unserer Sicht ein Relikt aus zentral gesteuerter Zahlungsabwicklung und verhindern dies.«

DLT-Techniken wie IOTA bilden also stellen ein wesentliches Element um Industrie 4.0 bzw. IIoT (Industrial Internet of Things) realisieren zu können. So ist es beispielsweise Menschen oder Maschinen möglich, Geld und Daten ohne nennenswerte Transaktionskosten auszutauschen. Obwohl sich die Akteure nicht kennen, ist dafür gesorgt, dass niemand den anderen Betrügen kann. Es wird also eine Vertrauensumfeld geschaffen, innerhalb derer alle Akteure – obwohl sie sich nicht kennen und ganz unterschiedliche Interessen verfolgen – sicher sein können, dass keiner der Teilnehmer irgendetwas verfälschen oder das System dominieren könnte.  

Micropayments durchzuführen, ist dann kein Problem mehr. Das gleiche gilt dafür, fälschungssicher nachweisen zu können, wie die Reise eines Produktes durch die Lieferkette verlief, ob Teile in einem 3D-Drucker rechtmäßig gefertigt wurden, so dass illegal hergestellte oder gefälschte Produkte unerkannt in Umlauf kommen könnten, oder dafür sorgen, dass die Daten, die vor einem Unfall in der Blackbox eines Autos aufgezeichnet wurden, im Nachhinein nicht manipulierbar, also gerichtsfest sind.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die DLT bis in die Edge-Geräte vordringt. Deshalb hat STMicroelectronics STM32Cube um mit »X-Cube-IOTA1« um die komplette IOTA-Middleware erweitert.