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Umsatz der Enterprise-SSDs bricht ein

6. Dezember 2022, 9:09 Uhr | Heinz Arnold
Die weltweite Rangfolge der Enterprise-SSD-Hersteller.
Die weltweite Rangfolge der Enterprise-SSD-Hersteller.
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Um 28,7 Prozent auf 5,22 Mrd. Dollar ist der Umsatz mit Enterprise-NAND-Flash-SSDs im dritten Quartal 2023 laut TrendForce eingebrochen.

Weil sich das Überangebot noch verschärfen werde, prognostiziert TrendForce, dass der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) für NAND-Speicher im vierten Quartal und damit auch der Umsatz der Enterprise-SSDs noch einmal um über 20 Prozent fallen werde. 

Der Marktanteil von Samsung ist im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal von 44,5 Prozent auf 40,6 Prozent gesunken. Das lag laut TrendForce vor allem an den fallenden ASPs. Auch 2023 würden die 128-Layer-NAND-Flash-SSDs die Hauptprodukte von Samsung bleiben. Wie die Analysten weiter vermuten, könnten Samsung und die Wettbewerber die Diversifizierung auf dem Server-CPU-Markt dazu nutzen, ihre SSD-Lieferungen auszubauen. Derzeit wächst der Marktanteil für AMD, deren Server-CPUs am Markt gut ankommen. Zudem entwickeln einige Communication Service Providers eigene CPUs, der Anteil der ARM-basierten CPUs steigt und kommen SSDs hinzu, die den Anforderungen des Open Compute Project entsprechen. All das böte neue Chancen für Wachstum im SSD-Markt. Allerdings gehen die Analysten davon aus, dass sich der Wettbewerb unter den Herstellern verschärfen werde, so dass Samsung Mühe haben werde, den eigenen Marktanteil bei fast 50 Prozent zu halten. 

Der Umsatz der SK Group (SK hynix und Solidigm) mit Enterprise-SSDs ist im dritten Quartal auf 1.21 Mrd. Dollar gefallen. Die SK Group befindet sich gerade im Übernahmeprozess des NAND-Flash- und SSD-Geschäfts von Intel. Die Auswirungen der Übernahme werden sich 2023 zeigen. Ebenfalls 2023 wird Solidigm die Massenfertigung der PCIe-5.0-SSDs aufnehmen. Das werde neue Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit zwischen der SK-Group und einigen nordamerikanischen Communication Service Providers bieten. Die Server-OEMs qualifizierten gerade die OCP-Produkte, so dass TrendForce davon ausgeht, dass die Nachfrage danach weiter steigen werde. Zudem werde die SK Group das volle Spektrum an TLC-, QLC- und PLC-SSDs anbieten, und so den eigenen Marktanteil ausbauen können. 

Western Digital wies im dritten Quartal mit Enterprise-SSDs einen Umsatz von 673 Mio. Dollar aus. Erst im vergangenen Jahr hatte sich WDC einen Schwerpunkt auf die Enterprise-SSDs gelegt, habe aber laut TrendForce bereits Partnerschaften mit nordamerikanischen Kunden aufgebaut. 

Auf 656,3 Mio. Dollar ist der Umsatz von Micron mit Enterprise-SSDs abgerutscht. Micron hat bereits eine PCI-4.0-Enterprise SSD mit 176 Layern auf den Markt gebracht. TrendForce will aber beobachtet haben, dass die Musterphase bei den Anwendern länger als erwartet dauert. Also würde Micron auch die PCIe-SSDs insgesamt nicht so schnell hochfahren können wie ursprünglich geplant. TrendForce geht davon aus, dass Micron 2023 den Schwerpunkt darauf legen werde, die Lieferungen von PCI-4.0-SSDs auszubauen, während die Nachfrage nach SATA-Produkten langsam zurückginge. 

Kioxia hat die Auslieferung der PCI-4.0-Produkte im dritten Quartal erhöht. Der Bedarf für die SAS-Produkte entwickelte sich weiterhin fest. Insgesamt kam Kioxia im dritten Quartal auf einen Umsatz von 559 Millionen Dollar mit Enterprise-SSDs. Kioxia bietet bereits PCIe-Produkte an, die den OPC-Spezifikationen entsprechen. Jetzt nimmt Kioxia die Massenfertigung der PCIe-5.0-SSDs auf. TrendForce prognostiziert, dass Kioxia mit seinem umfangreichen Angebot an SATA-, PCIe- und SAS-Produkten ausbauen kann.  

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