Schwerpunkte

Frauen in der Digitalbranche

Zu wenig beteiligt

09. Juni 2021, 15:04 Uhr   |  dpa/newsdesk sc

Zu wenig beteiligt
© Bild: Adobe Stock

Frauen in Deutschland sollten künftig stärker von den Chancen profitieren können, die sich aus der Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Das besagt der dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. So könnten Mädchen einen besseren Zugang zu MINT-Themen bekommen.

Der dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wurde am am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet. 

Das Gutachten mit dem Titel «Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten» umfasst 101 Handlungsempfehlungen, die sich an die Politik in Bund, Ländern und Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

Damit der digitale Wandel von Frauen und Männern gleichermaßen gestaltet werden kann, müssten Förderprogramme bereits in der frühkindlichen Bildung ansetzen. So könnten Mädchen einen besseren Zugang zu den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) bekommen.

Dabei seien auch die Erziehungsberechtigten in der Pflicht: Der Bericht verweist auf eine Studie in diesem Feld, dass es sich maßgeblich positiv auswirkt, wenn das Interesse junger Frauen an Technik und an entsprechenden Berufen von deren Eltern unterstützt wird.

Die Weichenstellungen in der Kindheit und Jugend zeigen sich später auch in der Statistik: Bisher sind Frauen dem Bericht zufolge mit 16 Prozent in der Digitalbranche unterrepräsentiert. Die Autorinnen und Autoren des Berichtes fordern, das männlich geprägte Arbeitsumfeld in der Digitalbranche müsse sich verändern. Nur so könnten «mehr Frauen in diesen Bereich hineinkommen, dort dauerhaft bleiben und es in Top-Positionen schaffen».

Der Bericht beschäftigt sich auch ausführlich mit der Frage, ob und wie Frauen durch Anwendung der Künstlichen Intelligenz (KI) und des maschinellen Lernens benachteiligt werden. «Algorithmen sind nicht neutral», erklärte Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht (SPD). «Nur wenn wir wissen, wie sie funktionieren, können wir der Diskriminierung von Frauen und Männern entgegenwirken.»

Computergestützte, lernende KI-Systeme würden zunehmend in der Kreditvergabe eingesetzt und stellten bei der Personalauswahl die Weichen für berufliche Werdegänge. «Entscheidend sind hierbei die Trainingsdaten, sie dürfen keine Stereotype oder diskriminierenden Strukturen abbilden.» Ihre Entscheidungsverfahren müssten transparent und nachvollziehbar sein.

Die Bundesregierung stellt einmal pro Legislaturperiode ihren Gleichstellungsbericht vor. Es geht darum, inwieweit die im Grundgesetz geforderte Gleichstellung der Geschlechter in Bildung und Erwerbsleben durchgesetzt ist.

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