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PwC-Studie

Jugend ratlos bei MINT-Fächern

30. April 2018, 09:09 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Jugend ratlos bei MINT-Fächern
© Osram Opto Semiconductors

Beim Girls‘ Day konnten Schülerinnen ab der fünften Klasse Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich für sich entdecken. Bei Osram Opto Semiconductors in Regensburg waren die 35 Plätze auch in diesem Jahr schnell ausgebucht.

Jugendliche sind in Sachen MINT-Fächer noch häufig ratlos, trotz aller Anstrengungen. Die Mehrheit der SchülerInnen und Studierenden fühlt sich nicht ausreichend über die Perspektiven und Karrierechancen von MINT-Fächern informiert.

Dabei würde ein Drittel der Befragten eine MINT-Karriere in Erwägung ziehen, wenn sie mehr darüber wüssten. Und immer noch zeigen sich Mädchen deutlich weniger interessiert an MINT-Berufen als Jungen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die mehr als 2.000 SchülerInnen und Studierende an deutschen (Hoch-)Schulen befragt wurden.

Dabei gehört der Girls’ Day mittlerweile zum Pflichtprogramm vieler Firmen. So lernten Schülerinnen bei Osram Opto Semiconductors Berufsfelder Elektronik, Mechatronik und Mikrotechnologie kennen, in denen der Halbleiterspezialist selbst ausbildet.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einweisung legten die Mädchen gleich in der Praxis los: In verschiedenen Workshops konstruierten sie bei Osram Opto Semiconductors beispielsweise einen Stromkreis und testeten die daran angeschlossene LED. Danach stand der Besuch des Reinraumes – dem ‘Herz’ der LED-Fertigung – auf dem Programm: Dazu schlüpften die Schülerinnen in die dafür vorgesehene Schutzkleidung. Vorträge rund um LED & Co rundeten das Programm ab.

In Kooperation mit der technischen Hochschule Regensburg bietet das Hightech-Unternehmen zudem einen dualen Studiengang für Elektronik bzw. Mikrosystemtechnik an. Ab dem 1. Juni 2018 können sich interessierte Bewerberinnen und Bewerber auf der Osram Karriereseite für das kommende Ausbildungs-/Studienjahr 2019 bewerben.

Osram
© Osram Opto Semiconductors

Wie viele von Ihnen wohl ein MINT-Fach studieren werden? In Kooperation mit der technischen Hochschule Regensburg bietet Osram Opto Semiconductors einen dualen Studiengang für Elektronik bzw. Mikrosystemtechnik an.

Die Mehrheit der jungen Menschen (je 61 Prozent der SchülerInnen und Studierenden) hätte sich laut der PwC-Studie mehr Beratung und Information zu MINT-Berufen gewünscht. Als Hauptgründe gegen eine MINT-Karriere nennen die Befragten einen Mangel an persönlichem Interesse (76 Prozent der Studierenden/ 75 Prozent der SchülerInnen), Schwierigkeit der Ausbildung (37 Prozent Studierende/ 23 Prozent SchülerInnen) sowie fehlende Kreativität der Fächer (22 Prozent Studierende/ 21 Prozent SchülerInnen).

Die Brisanz der Ergebnisse zeigt sich im Fachkräftemangel: Laut einer PwC Studie  werden in Deutschland bis 2030 zwei Millionen Hochschulabsolventen mit einem Schwerpunkt auf den MINT-Fächern fehlen. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zufolge waren Ende 2017 noch knapp 470.000 Stellen in den MINT-Berufen zu besetzen.

MINT ist spannend, innovativ und kreativ

Die Umfrage verdeutlicht, dass vielen jungen Menschen die wachsende Bedeutung und Kreativität der Fächer gerade im Zusammenhang mit neuen, zukunftsträchtigen Technologien (bspw. Künstliche Intelligenz, Drohnen, Virtual Reality, Roboter) nicht bewusst sind. 62 Prozent der SchülerInnen haben im Informatikunterricht programmieren gelernt, lediglich 31 Prozent etwas über innovative Technologien. Bei Frauen beträgt dieser Anteil lediglich 25 Prozent.

Mädchen kaum begeistert von MINT

Junge Frauen sind nach wie vor deutlich zurückhaltender als junge Männer, wenn es darum geht, MINT-Fächer im Abitur oder an der Universität zu belegen: Lediglich acht Prozent der befragten Schülerinnen wählen Physik oder Informatik im Abitur.
Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Hochschulen: Der Studie zufolge sind Frauen in MINT-Studienfächern deutlich unterrepräsentiert. Fast jeder zweite Student, aber nur jede vierte Studentin belegt ein MINT-Fach; für Informatik entscheiden sich lediglich zwei Prozent der Studentinnen.

Die zögerliche Haltung junger Menschen und insbesondere von Frauen zu MINT lässt sich dabei unter anderem auf einen Mangel vor allem an weiblichen Vorbildern aus der Technologie-Branche zurückführen.

Die meisten Befragten, die ein Vorbild nennen können, denken an Steve Jobs – Bill Gates und Elon Musk werden dabei von Männern etwas häufiger genannt als von Frauen. Hingegen fällt nur jedem siebten Befragten spontan überhaupt eine berühmte Frau aus der Technologie-Branche ein.

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