Leerer Arbeitsmarkt

Weltweiter Wettbewerb um Elektroingenieure - was tun?

14. Februar 2022, 0:00 Uhr | Corinne Schindlbeck

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Die Chancen, den Hunger nach Elektroingenieuren einfach im Ausland stillen zu können, sind eher gering

Die Chancen, den Hunger nach Elektroingenieuren einfach im Ausland stillen zu können, sind eher gering, wie eine neue Studie von Deloitte beweist. Denn der Chipmangel und der weltweite Bau neuer Chipfabriken verlangt selbst nach zigtausenden Halbleiterexperten; der weltweite Umsatz der Halbleiterindustrie soll bis Ende des Jahres um fast 50 Prozent höher sein als noch vor der Pandemie Ende 2019. Der Ingenieurmangel ist also global, stark ausgeprägt etwa in Taiwan, wie Deloitte betont, aber auch in Südkorea und zunehmend in den USA, China, Singapur, Israel und anderen Ländern, die in Chip-Kapazitäten investieren und dadurch den Talent-Pool an Elektroingenieuren schröpfen. China etwa kämpfe ebenfalls mit einem chronischen Mangel an wissenschaftlichen und technischen Fachkräften auf dem Weg zur Halbleiter-Supermacht. Laut einer Studie der Universität Peking, aus der Deloitte zitiert, habe sich das Fachkräfte-Defizit zwischen 2015 und 2019 von 150.000 im Jahr auf rund 300.000 verdoppelt. Ende 2019 noch arbeiteten in Chinas Halbleiterindustrie rund 512.000 Menschen; inzwischen werde der Bedarf an Arbeitskräften hier auf 745.000 geschätzt, meldet das China Centre for Information Industry Development.

Nicht nur Halbleiterunternehmen, die gesamte Elektronikbranche muss also schleunigst aktiv werden, um im weltweiten Konkurrenzkampf um qualifizierte Mitarbeiter nicht den Kürzeren zu ziehen. Denn weltweit wurde das Problem schon angegangen; Regierungen, Chipfirmen und Technologieunternehmen arbeiten mit Hochschulen und Universitäten zusammenarbeiten, um mehr Talente in der Halbleiterbranche weiterzubilden. In China etwa. So hat die Beijing University eine School of Integrated Circuits eingerichtet, um Ingenieure und Techniker für die Chipindustrie auszubilden, genauso wie die Tsinghua-Universität und die Shenzhen Technology University (STU), die in Zusammenarbeit mit SMIC, Chinas größter Chip Foundry, eine auf integrierte Schaltkreise spezialisierte Akademie eingerichtet hat.


  1. Weltweiter Wettbewerb um Elektroingenieure - was tun?
  2. Die Chancen, den Hunger nach Elektroingenieuren einfach im Ausland stillen zu können, sind eher gering
  3. Der Großteil der Branche gehört »tendenziell nicht zu den 100 beliebtesten Unternehmen«

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