Fehlgeleitete Subventionen

Wenn Siliziumkarbid beim Juwelier landet

19. Januar 2023, 16:04 Uhr | Ralf Higgelke
Diamant
© Pexels/Pixabay

Laut der Digitimes Asia sollen Investoren SiC-Kristalle der Güteklasse B als Moissanit an Juweliere verkauft haben – nicht gerade im Sinne der Regierung, Siliziumkarbid als Halbleitermaterial zu fördern. Nun zieht Peking die Zügel an.

Einem Bericht der Digitimes Asia zufolge plant die chinesische Regierung, eine weitere Subventionsrunde, um Investitionen in die Halbleiterherstellung zu fördern. Ausgeschlossen bleiben sollen jedoch Projekte mit Verbindungshalbleitern, vor allem SiC und GaN, heißt es aus Branchenkreisen. Nach Angaben von Reuters und Bloomberg will China wegen der US-Sanktionen mehr als umgerechnet 143,6 Mrd. US-Dollar bereitstellen, um Investitionen in Halbleiter zu subventionieren und die lokale Lieferkette zu stärken.

Vor Mitte 2022 erhielten Projekte für Verbindungshalbleiter in der Regel grünes Licht, ohne dass sie von offizieller Seite besonders geprüft wurden, so die Quellen. Infolgedessen sei die Zahl solcher Projekte sprunghaft angestiegen, und viele von ihnen hätten ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit überschätzt, so die Quellen. So gab es beispielsweise Investoren, die SiC-Kristalle der Güteklasse B als Moissanit an Juweliere verkauften, aber solche betriebsfremden Verkäufe waren irrelevant für die Bemühungen der Regierung, Investitionen in SiC zu fördern.

Die chinesischen Regierungsbehörden haben seit Mitte 2022 begonnen, solche Investitionsprojekte streng zu prüfen, so die Quellen. So musste beispielsweise TankeBlue Semiconductor, ein Hersteller von SiC-Epitaxiewafern, seinen Börsengang an die Börse in Shanghai zurückziehen, nachdem er als unzureichend eingestuft wurde.

Nach Angaben von Canaccord Genuity wird die weltweite Produktionskapazität für SiC von umgerechnet 125.000 6-Zoll-Epitaxiewafern im Jahr 2021 auf vier Millionen im Jahr 2030 steigen.

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